Müssen wir als Christen jeden Trend mitmachen? Nein!
Müssen wir als Christen jeden Trend verteufeln? Wieder nein!
Was dann?
Prüft aber alles und das Gute behaltet. Meidet das Böse in jeder Gestalt.
- Thessalonicher 5, 21 + 22
Und was ist, wenn die Gestalt ganz niedlich ist? Vielleicht wie ein kleiner Wichtel?
In der letzten Zeit habe ich mitbekommen, dass auch gläubige Mütter für ihre Kinder einen Weihnachtswichtel erfinden, der in der Adventszeit sein Unwesen treibt. Eigentlich ja ganz witzig und knuffig.
Ich war aber tatsächlich etwas irritiert und habe genauer zu dem Thema geforscht.
Die Wichteltür – ein neuer Trend zu Weihnachten
Schon im November oder aber auch erst im Advent zieht bei vielen Familien ein kleiner Weihnachtswichtel ein. Die Eltern basteln eine kleine Tür für ihn und nun treibt er in der Nacht sein Unwesen. Er zeigt sich selbst natürlich nie, aber die Kinder können ihm Essen vor die Tür stellen, das über Nacht scheinbar aufgegessen wird, und er stellt allerlei Schabernack im Haus an. Die Kinder sind immer sehr gespannt, was er als nächstes treibt. Nach Weihnachten zieht er dann wieder aus und die Tür wird abmontiert.
Nachfolgend werde ich immer wieder verschiedene Quellen zitieren.
„Zu Hause ist der Weihnachtswichtel hinter einer kleinen Tür (dänisch: Nissedør), die an der Wand über der Fußleiste montiert ist. Doch Vorsicht: der Wichtel verliert seine Zauberkraft, sobald er entdeckt wird. Deswegen werkelt er nachts und tagsüber ist seine Tür fest verschlossen.“ (Quelle: Arsedition – 10 Fakten, die du unbedingt über Wichtel und ihre Türen wissen solltest!)
Habe ich da gerade etwas von Zauberkraft gelesen? Steckt etwa doch mehr dahinter?
Was sind Wichtel?

Wichtel sind kleine, menschenähnliche Fabelwesen aus Mythen, Sagen und Märchen. Sie werden meist mit einer Zipfelmütze, einem Bart und einer Knubbelnase dargestellt.
„Zu den Dämonen der germanischen Mythologie gehören u. a. die Wichtel, Elfen und Riesen. Bei dem Wichtel handelte es sich wahrscheinlich um ein gestaltloses, aber sich bewegendes Etwas (Dämon).“ (Quelle: Wikipedia)
„Aus kirchlicher Sicht wurden die Wichtel dem Aberglauben zugeordnet.“ (Quelle: Wikipedia)
„Es gibt [in Skandinavien] Wichtel für Haus, Hof und Scheune, sowie Wald- und Kirchenwichtel. Sie sind meistens unsichtbar und zeigen sich den Menschen wenn dann nur sehr selten. Vor allem im ländlichen Raum glaubt man auch heute noch an Scheunenwichtel, die das Grundstück beschützen und sich um die Haustiere kümmern: Sie achten darauf, dass die Kühe genug Futter bekommen und gut Milch geben. Sie geben den Pferden Heu und passen auf Schweine und Ziegen auf.“ (Quelle: Skandinavientrips.de)
Das kennt man doch auch aus den Berichten von Missionaren in heidnischen Völkern. Dort glauben die Menschen an Geister, die man zufriedenstellen muss und die einen dann vielleicht beschützen oder einem wenigstens nichts Böses tun.
Welche Hintergründe hat der Brauch des Weihnachtswichtels?
„In Dänemark und anderen skandinavischen Ländern gehört das Weihnachtswichtel (dänisch: Julenisse) zur vorweihnachtlichen Tradition in Familien, insbesondere im Umgang mit kleineren Kindern. Diese ist inzwischen auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern verbreitet. Das Weihnachtswichtel trägt eine rote Zipfelmütze und rote Schuhe mit einer Spitze und kommt zur Weihnachtszeit auf dem ebenfalls zur Weihnachtstradition gehörenden Julbock geritten.“ (Quelle: Wikipedia)
„Die Figur des Nisse hat vermutlich vorchristliche Wurzeln und steht mit der Verehrung von Verstorbenen auf den Höfen in Verbindung. Bereits im 14. Jahrhundert erwähnte die heilige Birgitta die Figur des Tomte.“ (Quelle: Wikipedia)
„Einem dänischen Brauch zufolge wachen die kleinen Weihnachtshelfer in der Nacht über das Haus und die Menschen.“ (Quelle: Ntv)
„Am Heiligabend wird dem Hauswichtel oder Scheunenwichtel eine Schale mit Hafergrütze oder Milchreis hingestellt, um ihm für seinen Schutz zu danken. Sollte dies einmal vergessen werden, wird sich der Wichtel im kommenden Jahr dafür rächen. Ist die Schüssel am nächsten Morgen leer, ist der Hausgeist zufrieden gestellt und man darf auch in der kommenden Zeit mit seinem Schutz rechnen.
Aus dem Glauben an den Weihnachtswichtel heraus hat sich der Brauch der Wichteltür (Nissedør) entwickelt. Vor allem in Dänemark findet diese Tradition großen Anklang. Jedes Jahr zieht der Weihnachtswichtel im Advent ins Haus und wohnt hinter seiner eigenen kleinen Wichteltür. Den Wichtel selbst bekommt man nie zu sehen, denn er kommt nur nachts heraus, wenn alle schlafen. Dann hilft er bei den Weihnachtsvorbereitungen und bringt Glück ins Haus. Zum Dank dafür stellt man ihm eine kleine Schale mit Milchreis oder Haferbrei vor die Tür.“ (Quelle: skandinavientrips.de)
Welchen Schluss ich aus diesen Informationen ziehe
- Zauberkraft
- Dämonen
- Aberglaube
- Scheunenwichtel, die das Grundstück beschützen
- Verehrung von Verstorbenen
- Opfergaben für ein unbekanntes Wesen
- Rache
- Hausgeist
- Glücksbringer
Meiner Meinung nach sollten bei diesen Stichworten bei allen Christen die Alarmglocken schrillen. Hier habe ich einen Artikel über Zauberei geschrieben.
Bei uns wird jedenfalls im Advent kein Wichtel einziehen.
Und mal abgesehen von den zweifelhaften Hintergründen der Wichtel. – Müssen wir wirklich noch mehr Events zum Weihnachtsfest hinzufügen, die vom Wesentlichen ablenken?
Mit dem Wesentlichen meine ich die Geburt Jesu, die in dem ganzen Weihnachtstrubel oft zu kurz kommt und bei vielen Menschen schon gar keine Rolle mehr spielt.
Wenn ihr unbedingt etwas aufstellen wollt für eure Kinder, dann bastelt oder baut doch eine Krippenszene. Da gibt es so viele kreative Möglichkeiten.
Und dann denkt mit euren Kindern über Jesu Geburt nach – aber auch, dass er für unsere Sünden gestorben und auferstanden ist. Und dass er lebt und bei uns ist alle Tage, bis an der Welt Ende.
Jesus ist derjenige der uns hilft und beschützt! Nicht ein Wichtel.
