Keine Verkleidung an Fasching – wie erkläre ich das meinen Kindern?

English translation below

Meine Kinder dürfen sich immer verkleiden – nur nicht an Fasching. Am Schluss dieses Artikels zeige ich, wie ich meinen Kindern erkläre, warum.

Im Norden heißt es Karneval, im Süden Fasching oder Fastnacht, aber gemeint ist im Grunde das Gleiche.

Alle Jahre wieder werden wir mit dem Thema konfrontiert und ich muss meinen Kindern aufs Neue erklären, warum wir da nicht mitmachen. Denn eigentlich ist es doch vollkommen harmlos, wenn Kinder sich verkleiden und ein bisschen Spaß haben, oder nicht? Natürlich ist das harmlos, aber…

Die Hintergründe von Fasching

Lange Jahre hatte ich mit dem Thema „Fasching“ nicht viel zu tun. Doch als ich das erste Mal mit meiner Tochter in der Stadt an den Narren vorbeiging, wusste ich, dass an der Zeit war, mich näher mit den Hintergründen zu befassen. Und was ich da herausfand, zeigte mir klar und deutlich, dass Fasching zur mir als Nachfolgerin Jesu einfach nicht passt.

Was ist denn nun eigentlich der Sinn des Narrentreibens?

Kurz gefasst und auf Deutsch gesagt ist der Sinn von Fasching, vor der Fastenzeit noch einmal richtig die Sau rauszulassen, und das am besten unerkannt.

Nach Fasching beginnt in der katholischen Kirche die 40-tägige Fastenzeit, in der man sich innerlich auf die Passionszeit einstellen soll, indem man weltliche Genüsse meidet. In der Bibel wird das zwar nicht gefordert, aber das sei mal dahingestellt. Es mag sicherlich dem einen oder anderen auch guttun, sich innerlich zu sammeln, sich neu geistlich auszurichten und etwas gesünder zu essen.

Anscheinend war das Fasten zu früheren Zeiten nicht bei allen so ganz freiwillig (siehe Maultaschen) und die Leute wollten davor einfach noch einmal alles auskosten, was verboten war, und sich so richtig der Sünde hingeben. Damit sie aber niemand dabei erkannte, verkleideten sie sich und entzogen sich so der Verantwortung für ihr Tun (zumindest vor Menschen).

Auch heute ist diese Zeit geprägt von Alkohol, Kontrollverlust, Spott über Autoritäten und (sexueller) Ausschweifung.

Vor Kurzem ist in unserer Nähe ein Mensch nach einem Narrenumzug so betrunken gewesen, dass er eine Böschung herunterfiel und leider verstarb.

Je nach Region bedeutet Fastnacht auch die Austreibung der Wintergeister, was mit hässlichen Fratzen vollzogen wird. Dabei spielen oft Hexenmasken eine Rolle. Heidnische Bräuche also.

Was sagt die Bibel zu Exzessen und zu einem erzwungenen Fasten?

Zu ausschweifenden Exzessen äußert sich die Bibel ganz klar.

Lasst uns anständig wandeln wie am Tag, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Streit und Neid. (Römer 13, 13)

Weder Unzucht noch Zügellosigkeit … noch grobes Geschwätz oder zweideutiger Scherz, die sich nicht ziemen. (Epheser 5, 3–4)

Die Frucht des Geistes ist … Selbstbeherrschung. (Galater 5, 22–23)

Berauscht euch nicht mit Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt. (Epheser 5, 18)

Seid nüchtern und wacht. (1. Petrus 5, 8)

Fasten zeigt im Neuen Testament einen Zustand der inneren geistlichen Verbindung mit Gott an und einen Zweck, den man damit verfolgt (z. B. die Erhörung eines Gebets). Es ist nicht von außen erzwungen oder an den Kalender gebunden. Religiöses, geheucheltes Fasten wie bei den Pharisäern wird abgelehnt.

Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer sehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Angesicht, auf daß sie vor den Leuten scheinen mit ihrem Fasten. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, auf daß du nicht scheinest vor den Leuten mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, welcher verborgen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten öffentlich. (Matthäus 6, 16-18)

Da sie aber dem HERRN dienten und fasteten, sprach der heilige Geist: Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, dazu ich sie berufen habe. Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und ließen sie gehen. (Apostelgeschichte 13, 2-3)

Und sie ordneten ihnen hin und her Älteste in den Gemeinden, beteten und fasteten und befahlen sie dem HERRN, an den sie gläubig geworden waren. (Apostelgeschichte 14, 23)

Die Bibel kennt es nicht, dass ein Christ in einem Moment den Exzessen frönt und danach Askese betreibt – um im nächsten Jahr das ganze zu wiederholen. Im Gegenteil:

Quillt auch bei einer Quelle aus einer Öffnung süßes und bitteres Wasser? Kann auch, liebe Brüder, ein Feigenbaum Oliven oder ein Weinstock Feigen tragen? So kann auch eine Quelle nicht salziges und süßes Wasser geben. (Jakobus 3, 11-12 )

Sollen wir in der Sünde verharren, damit die Gnade zunehme? Das sei ferne! (Römer 6,1-2)

Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. (Matthäus 15,8)

Wie erkläre ich das meinen Kindern?

„Ich habe nichts dagegen, wenn ihr euch verkleidet. Aber in der Faschingszeit hat das Verkleiden eine andere Bedeutung.

Früher bedeutete das, dass man sündigen konnte, soviel man wollte und sich dabei unter seiner Verkleidung verstecken konnte. Am Aschermittwoch ging man in die Kirche, um sich die Vergebung für die begangene Sünde abzuholen und dann fastete man. Im nächsten Jahr ging das Ganze wieder von vorne los. Aber man bittet doch Gott nicht um Vergebung für eine Sünde, wenn man genau weiß, dass man es im nächsten Jahr wieder genauso machen will.

Heute feiern viele Leute Fasching, trinken dabei zu viel Alkohol und hören laute Musik, deren Texte teilweise über Gott spotten. Das gefällt Gott nicht. Bei den Kindern wird das zwar nicht so stark betrieben, aber wir wollen so ein Fest nicht mitfeiern, wo es darum geht, dass man sündigen kann, soviel man will.“

Nach dem letzten Narrenumzug haben meine Kinder den ganzen Müll und die leeren Bierflaschen auf der Straße gesehen. Sie haben gefragt: „Warum machen die Leute so einen Unsinn und betrinken sich?“ Ich konnte darauf nur antworten: „Diese Leute kennen Jesus nicht. Sie wissen nicht, dass er uns inneren Frieden und Freude gibt. Sie brauchen solche ausgelassenen Feste und den Alkohol, damit sie für einen Moment ihre Sorgen vergessen können. Leider wachen sie am nächsten Tag dann mit starken Kopfschmerzen auf.“

Ist das nicht zu engstirnig? Lass doch die Kinder Kinder sein!

Manche werden mir vielleicht zustimmen, dass Fasching für Erwachsene zu verwerfen ist. Aber sie sind der Meinung dass Kinderfasching harmlos ist oder man seine Kinder ruhig verkleidet in den Kindergarten schicken kann.

Ich bin da anderer Meinung. Die Bibel sagt uns, dass wir unsere Kinder gewöhnen sollen, solange sie klein sind, damit sie das auch so tun, wenn sie groß sind. Und wenn wir unsere Kinder daran gewöhnen, dass Kinderfasching okay ist, werden sie nicht verstehen, warum sie später plötzlich damit aufhören sollen. Ein Fest, dass so eindeutig die Sünde verherrlicht, kann von entschiedenen Christen nicht mitgefeiert werden – auch nicht, wenn es für Kinder verniedlicht wird.

Ich meine damit nicht, dass wir keinen Humor haben oder nicht mehr lachen sollen. Die Bibel sagt sogar: „Seid allezeit fröhlich!“ (1. Thess. 15, 6). Aber die Quelle unserer Fröhlichkeit sollte nicht bunte Verkleidung oder der Alkohol sein, sondern Jesus.

Welche Alternativen gibt es?

Meine Kinder fordern eigentlich keine Alternativen, weil sie es nicht direkt mitbekommen, dass andere Kinder zu einer Faschingsfeier gehen und sie nicht dabei sein dürfen. Ich habe sie lediglich an den entsprechenden Tagen nicht in den Kindergarten geschickt und dann haben wir eine schöne Zeit zu Hause verbracht.

Man könnte aber auch einen Ausflug machen, Plätzchen backen, Spiele spielen, andere Kinder einladen – einfach eine Aktivität, die den Kindern Spaß macht.

In meiner Heimat (Siegerland) gibt es christliche Gemeinden, die ein Alternativprogramm für Kinder anbieten. Beispielsweise wird dann in der betreffenden Woche im Gemeindehaus eine Legostadt aufgebaut.

No Costumes at Carnival – How Do I Explain This to My Children?

My children are allowed to dress up anytime—just not during Carnival. At the end of this article, I explain how I talk to my children about why.

In Northern Germany it is called Karneval, in the south Fasching or Fastnacht—but in essence, it all refers to the same thing.

Every year we are confronted with the topic again, and once more I have to explain to my children why we do not take part. After all, it seems completely harmless when children dress up and have a bit of fun, doesn’t it? Of course it is harmless—but…

The Background of Carnival

For many years, I had little to do with Carnival. But when I walked through the city with my daughter for the first time and passed the revelers, I knew it was time to take a closer look at its background. What I discovered made it very clear to me that Carnival simply does not fit with who I am as a follower of Jesus.

What is the purpose of Carnival?

Put very bluntly, the purpose of Carnival is to let loose one last time before the fasting season begins—preferably without being recognized.

After Carnival, the Catholic Church begins the 40-day season of Lent, a time meant for inward preparation for the Passion, traditionally marked by abstaining from worldly pleasures. By the way this is not required by the Bible. But for some people, it may certainly be beneficial to pause, refocus spiritually, and perhaps eat more healthily.

Apparently, fasting in earlier times was not always entirely voluntary (see Maultaschen), and people wanted to indulge once more in everything that would soon be forbidden—fully giving themselves over to sin. To avoid being recognized, they disguised themselves and thus escaped responsibility for their actions.

Even today, this season is characterized by alcohol, loss of self-control, mockery of authority, and (sexual) excess.

Recently, near where we live, a person was so intoxicated after a Carnival parade that they fell down an embankment and tragically died.

In some regions, Fastnacht also involves the driving out of winter spirits, often performed with grotesque masks—frequently witches’ masks. These are pagan customs.

What Does the Bible Say About Excess and Forced Fasting?

The Bible speaks very clearly about excessive behavior:

“Let us walk properly as in the daytime, not in orgies and drunkenness, not in sexual immorality and sensuality, not in quarreling and jealousy.”
(Romans 13:13)

“But sexual immorality and all impurity or covetousness must not even be named among you… nor filthiness nor foolish talk nor crude joking.”
(Ephesians 5:3–4)

“But the fruit of the Spirit is… self-control.”
(Galatians 5:22–23)

“Do not get drunk with wine, for that is debauchery.”
(Ephesians 5:18)

“Be sober-minded; be watchful.”
(1 Peter 5:8)

In the New Testament, fasting is associated with an inner spiritual connection with God and a specific purpose—such as seeking an answer to prayer. It is not externally imposed or bound to a calendar. Religious, hypocritical fasting, such as that practiced by the Pharisees, is explicitly rejected.

And when you fast, do not look gloomy like the hypocrites, for they disfigure their faces that their fasting may be seen by others. Truly, I say to you, they have received their reward.
But when you fast, anoint your head and wash your face, that your fasting may not be seen by others but by your Father who is in secret. And your Father who sees in secret will reward you.
(Matthew 6:16–18)

While they were worshiping the Lord and fasting, the Holy Spirit said, ‘Set apart for me Barnabas and Saul for the work to which I have called them.’
Then after fasting and praying they laid their hands on them and sent them off.
(Acts 13:2–3)

And when they had appointed elders for them in every church, with prayer and fasting they committed them to the Lord in whom they had believed.”
(Acts 14:23)

The Bible does not apporove indulging in excess one moment and then practicing asceticism the next—only to repeat the cycle year after year. On the contrary:

Does a spring pour forth from the same opening both fresh and salt water?
Can a fig tree, my brothers, bear olives, or a grapevine produce figs? Neither can a salt pond yield fresh water.
(James 3:11–12)

What shall we say then? Are we to continue in sin that grace may abound?
By no means! How can we who died to sin still live in it?
(Romans 6:1–2)

This people honors me with their lips, but their heart is far from me.”
(Matthew 15:8)

How Do I Explain This to My Children?

“I have nothing against dressing up. But during Carnival, dressing up has a different meaning.

In the past, it meant that people could sin as much as they wanted while hiding behind a disguise. On Ash Wednesday, they went to church to receive forgiveness for their sins, and then they fasted. The next year, the whole thing started again. But you don’t ask God for forgiveness for a sin if you already know you intend to do the same thing again next year.

Today, many people celebrate Carnival by drinking too much alcohol and listening to loud music, some of whose lyrics mock God. God does not like that. With children it may not be as extreme, but we do not want to celebrate a festival whose purpose is to allow people to sin without restraint.”

After the last Carnival parade, my children saw all the trash and empty beer bottles lying in the streets. They asked, “Why do people do such foolish things and get drunk?”
All I could answer was, “These people do not know Jesus. They do not know that He gives inner peace and true joy. They need these wild celebrations and alcohol to forget their worries for a moment. Sadly, they wake up the next day with a terrible headache.”

Isn’t That Narrow-Minded? Let Children Be Children!

Some may agree with me that Carnival is problematic for adults, but believe that children’s Carnival is harmless—or that it’s fine to send children to kindergarten in costume.

I disagree. The Bible tells us to train children while they are young, so that they will continue in the same way when they are older. If we teach our children that children’s Carnival is acceptable, they will not understand why they should suddenly stop later on. A festival that so clearly glorifies sin cannot be celebrated by committed Christians—even when it is softened and made child-friendly.

This does not mean that we have no sense of humor or that we should never laugh. The Bible even says, “Rejoice always!” (1 Thessalonians 5:16). But the source of our joy should not be colorful costumes or alcohol—it should be Jesus.

What Are the Alternatives?

My children do not really ask for alternatives, because they are not directly confronted with other children attending Carnival celebrations while they are not allowed to. On those days, I simply did not send them to kindergarten, and instead we spent a lovely time together at home.

One could also take a trip, bake cookies, play games, invite other children over—simply do something enjoyable.

In my home region (the Siegerland area), there are Christian congregations that offer alternative programs for children. For example, during that week a LEGO city is built in the church building.

Veröffentlicht von happyhenni

Ich bin Christin, verheiratet und Mutter von 3 Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter.

2 Kommentare zu „Keine Verkleidung an Fasching – wie erkläre ich das meinen Kindern?

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