Wie ich die Psalmen schätzen lernte

English translation below

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. 

Psalm 43, 5

Lange waren die Psalmen für mich ein nettes Gedichtbuch in der Bibel, doch es kam die Zeit wo sie mir Stütze in einer Lebenskrise wurden.

Aber von vorne:

Schatten auf meiner Schwangerschaft

Ich war glückliche Ehefrau und Mutter von zwei kleinen Kindern, als sich eine dritte Schwangerschaft ankündigte. Leider wurde die Freude über den zu erwartenden Nachwuchs überlagert von starken Schmerzen im Bauchraum. Ich hatte das Gefühl, als ob mir etwas den Darm zudrücken würde.

Einmal war es so schlimm, dass wir beinahe den Rettungsdienst gerufen hätten. Wir beschlossen, noch etwas zu warten und vorerst „nur“ zu beten. Ich fühlte mich wie eine Frau, die am Boden liegt und sich an den Saum von Jesu Gewand klammert. Für eine Weile wurde es erträglicher, aber die Schmerzen gingen nicht ganz weg.

Kurz danach hatte ich meinen ersten Ultraschalltermin bei der Frauenärztin. Sie schaute zuerst nach dem Baby und gratulierte mir zur Schwangerschaft. Dann schwenkte sie den Ultraschallkopf und sagte: „Da ist was. Sie haben ganz richtig gefühlt.“ Ich konnte auf dem Monitor ganz deutlich die Umrisse eines andersartigen Gewebes erkennen. Welch ein Schock!

Meine Ärztin stellte mir sofort eine Überweisung für die weitere Untersuchung im Krankenhaus aus. Als ich dort den Termin hatte, konnten mehrere Ärzte das seltsamen Gewebe in meinem Unterleib offensichtlich nicht zuordnen. Man wollte auf der Tumorkonferenz über meinen Fall beraten und schickte mich mit der Diagnose „Tumor im Douglas“ nach Hause. Noch ein größerer Schock!

Einige Tage später kamen die Ältesten (= Pastoren) aus meiner Gemeinde zu mir nach Hause um mich nach Jakobus 5 zu salben und über mir zu beten. Ab diesem Tag hatte ich keine Schmerzen mehr! Für mich war das ganz deutlich ein Eingreifen Gottes.

Beim nächsten Frauenarzttermin stellte die Ärztin fest, dass der „Tumor“ verrutscht war und seine Struktur sich von fest in flüssig und wabenförmig verändert hatte. Das musste auf das Gebet hin geschehen sein! In meinem Tagebuch steht an diesem Tag: „Hatte vor der Untersuchung große Anfechtung. Musste mich an Jesus halten.“

Am nächsten Tag war ich zur Besprechung beim Chefarzt im Krankenhaus. Da man nicht wusste, was für ein Gewächs ich in mir trug und es unklar war, ob es platzen würde oder sogar bösartig war, riet man mir zu einer Bauchspiegelung unter Vollnarkose. Es wurde mir klargemacht, dass dies ein Risiko für mein Baby darstellte. Aber da man es als wichtiger empfand, mein Leben zu retten, wollte man das Risiko der OP in Kauf nehmen.

Psychisch ging es mir in dieser Zeit gar nicht gut. Zum einen litt ich unter starker Schwangerschaftsübelkeit und zum anderen belastete mich die Ungewissheit und die Vermutung, vielleicht Krebs zu haben. Ich wollte doch für meine zwei kleinen Kinder und für meinen Mann da sein! Trotz allem wusste ich, dass Gott alles in der Hand hatte. In meinem Tagebuch lese ich: „Hatte Angst wegen der OP, aber wurde ermutigt durch Gottes Wort.“

Die Psalmen und meine OP

Beim Vorgespräch für die OP wurde mir wieder gesagt, dass das Risiko einer Fehlgeburt sehr hoch sei. Nicht sehr ermutigend. Jedoch schrieb ich in mein Tagebuch: „Habe im Wartezimmer in den Psalmen gelesen. Gott weiß alles!“

In diesen Tagen las ich sehr viel in den Psalmen. Ich fand dort Menschen, denen es genauso schlecht gegangen war wie mir und die meine Gefühle in Worte ausgedrückt hatten. Sehr ermutigt wurde ich durch Psalmworte wie:

Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen.

Psalm 46, 2 – 4

Gott gab mir einen übernatürlichen Frieden und eine Ruhe, sodass ich ohne jede Angst zur OP gehen konnte. Ich fühlte mich ganz in ihm geborgen. Es verlief soweit alles gut, jedoch mit den üblichen Beschwerden nach einer solchen Prozedur. Wichtiger war mir, dass mein Baby überlebt hatte und dass sein Herz schlug.

Nun lag ich also im Krankenhaus und musste wieder auf die Beine kommen. Auch in diesen Tagen gaben mir die Psalmen viel Ermutigung. Außerdem durfte ich das erleben, was ich schon von vielen Christen gehört habe, wenn sie im Krankenhaus gewesen sind: Ich durfte Anderen von Gottes Liebe weitersagen.

Meine Bettnachbarin war bereits leicht dement, aber mit ihr konnte ich singen und ihr aus der Bibel vorlesen. Sie verstand ganz genau, was die biblische Botschaft ihr zu sagen hatte. Außerdem benötige sie meine praktische Hilfe.

Im Aufenthaltsraum lernte ich noch zwei andere Menschen kennen, denen ich ebenfalls von Gottes Liebe weitererzählen konnte und denen ich den Rat gab, in der Bibel zu lesen. So machte ich die Erfahrung, dass die Leute viel offener für den Glauben waren, weil es mir genauso schlecht ging wie ihnen. Ich konnte ihnen bezeugen, dass das Lesen der Psalmen mir viel Mut und Kraft gegeben hatte.

So ging es danach weiter

Nach dem man Gewebeproben ins Labor geschickt hatte, fand man heraus, dass das Gewächs nicht bösartig gewesen war. Meine Frauenärztin wollte es eigentlich detaillierter wissen, doch bis heute haben wir nicht erfahren, um was genau es sich eigentlich gehandelt hat.

Letztendlich ist mein Baby gesund zur Welt gekommen und ich merke heute außer den kleinen Narben nichts mehr von der OP. Doch was geblieben ist, ist die Erfahrung, dass Gott mir in schweren Zeiten ganz besonders nahe ist und mich hindurchträgt.

Hast du auch schon Gottes Hilfe in schweren Zeiten erlebt oder gibt es einen Psalm, der dich besonders anspricht? Dann schreibe doch gerne einen Kommentar.

How I Learned to Appreciate the Psalms

Why are you cast down, O my soul, and why are you in turmoil within me? Hope in God; for I shall again praise him, my salvation and my God.

Psalm 43:5

For years I saw the Psalms merely as a pleasant collection of poems in the Bible, until they eventually became my support during a life crisis.

Let me start from the beginning:

I was a happy wife and mother of two small children when I discovered that I was pregnant for the third time. Sadly, the joy of expecting another child was overshadowed by severe abdominal pain. It felt as though something was pressing against my intestines. One time, the pain was so intense that we nearly called the ambulante. We decided to wait a little longer and pray first. I felt like a woman lying on the ground, clinging to the hem of Jesus’ garment. For a while, the pain became bearable, but it never fully went away.

Shortly afterward, I had my first ultrasound appointment with my gynecologist. She first checked on the baby and congratulated me on the pregnancy. Then she moved the ultrasound probe and said, “There’s something there. You sensed it correctly.” I could clearly see the outline of an unusual tissue on the monitor. What a shock!

My doctor immediately issued a referral for further examination at the hospital. When I had my appointment there, several doctors could not identify the strange tissue in my abdomen. They decided to discuss my case at the tumor conference and sent me home with the diagnosis “Tumor in the Douglas pouch.” An even greater shock!

A few days later, the elders (pastors) from my church came to my home to anoint me and pray over me according to James 5. From that day on, I had no more pain! For me, it was clearly an intervention from God.

At the next gynecologist appointment, the doctor found that the “tumor” had shifted and its structure had changed from solid to liquid and honeycomb-like. That must have happened in response to prayer! My diary entry that day reads: “Faced great inner struggle before the examination. Had to cling to Jesus.”

The next day, I had a consultation with the chief physician at the hospital. Since they did not know what kind of growth I was bearing and since it was unclear whether it might rupture or even be malignant, they recommended a laparoscopy under general anesthesia. It was made clear to me that this posed a risk to my baby. But since saving my life was considered more important, they were willing to accept the risk of surgery.

Mentally, I was not doing well during this time. On one hand, I suffered from severe pregnancy nausea, and on the other, I was burdened by the uncertainty and the suspicion that I might have cancer. I wanted to be there for my two little children and my husband! Despite everything, I knew that the situation was in God’s hands. My diary reads: “Was afraid because of the surgery, but was encouraged by God’s Word.”

During the pre-op consultation, I was again told that the risk of miscarriage was very high. Not very encouraging. However, I wrote in my diary: “Read the Psalms in the waiting room. God knows everything!”

During those days, I read the Psalms extensively. I found people there who had suffered just as I had, and who had put my feelings into words. I was especially encouraged by verses like

God is our refuge and strength, a very present help in trouble. Therefore we will not fear, though the earth gives way and the mountains fall into the heart of the sea, though its waters roar and foam and the mountains quake with their surging.

Psalm 46:2

God gave me a supernatural peace and calm, so I was able to go into surgery without any fear. I felt completely safe in Him. Everything went well, apart from the usual discomforts that follow such a procedure. What mattered most to me was that my baby had survived and that its heart was beating.

So there I was, lying in the hospital, needing to recover. Even during those days, the Psalms gave me great encouragement. I also got to experience something I had heard from many Christians who had been in the hospital: I was able to share God’s love with others.

My roommate was mildly demented, but I could sing with her and read to her from the Bible. She understood perfectly what the biblical message was saying to her. She also needed my practical help.

In the common room, I met two other people to whom I could also speak about God’s love. I encouraged them to read the Bible. People were much more open to faith because I was suffering just as they were. I could testify to them that reading the Psalms had given me great courage and strength.

What happened next

After tissue samples were sent to the lab, it was discovered that the growth was not malignant. My gynecologist wanted to know more details, but to this day we still do not know exactly what it was.

In the end, my baby was born healthy, and today I feel nothing from the surgery except for a few small scars. But what has remained is the experience that God is especially close to me in difficult times and carries me through.

Have you ever experienced God’s help in hard times, or is there a Psalm that speaks to you in a special way? Feel free to share in the comments.

Veröffentlicht von happyhenni

Ich bin Christin, verheiratet und Mutter von 3 Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter.

3 Kommentare zu „Wie ich die Psalmen schätzen lernte

  1. Amen!!! That was scary what you went through but I’m glad to hear the outcome was good. God’s Word brought comfort to you in your crisis. He was then able to use you to encourage others in theirs. Our God is an awesome God!

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