Warum ich nicht mehr berufstätig bin

Vorbemerkung: Ich möchte hier keiner Mutter zu nahe treten, die aus finanziellen oder anderen Gründen arbeiten gehen muss oder möchte. Dies ist meine persönliche Geschichte. Jedoch möchte ich dazu ermutigen, dieses Thema von allen Seiten zu beleuchten und zu überlegen, was es für die Kinder bedeutet, wenn beide Eltern arbeiten gehen.

Eigentlich war immer für mich klar, dass ich ganz für meine Kinder da sein wollte, wenn ich denn welche haben würde. Zum einen hatte ich durch meine Mutter ein positives Bild von den Aufgaben als Mutter und Hausfrau vermittelt bekommen. Zum anderen hatte ich im Pädagogik-Unterricht in der Schule gelernt, dass die ersten 3 Jahre eines Kindes die prägendsten sind und deshalb das Kind möglichst nicht fremdbetreut, also zu vielen Bezugspersonen ausgesetzt werden sollte.

Nachdem aber eine zweite Schwangerschaft auf sich warten ließ, kam ich ins Grübeln, ob es vielleicht sinnvoll sein könnte, wieder ein paar Stunden berufstätig zu sein. Ich durchdachte die Sache gut, kam zu dem Schluss, dass es die Lebensqualität unserer Familie nicht verbessern würde und blieb zu Hause. Dort hatte ich schließlich genug zu tun. Nach Kind Nummer 2 und Nummer 3 stellte sich dann die Frage erst einmal nicht mehr, weil ich mehr als ausgelastet war. Ich stellte mich auch darauf ein, nach Ablauf der Elternzeit, wenn mein jüngstes Kind 4,5 Jahre alt sein würde, nicht wieder in meinen Beruf zurückzukehren. Inzwischen waren wir umgezogen und allein die lange Fahrt hielt ich für nicht machbar.

4 oder 5 Monate vor Ende meiner Elternzeit bekam ich von meinem Arbeitgeber eine Prämie zu meinem 10-jährigen Dienstjubiläum (davon war ich 9 Jahre in Elternzeit). Dies veranlasste mich, noch einmal darüber nachzudenken, wie es denn für mich weitergehen solle. Es fiel mir plötzlich schwer, die Bande ganz durchzuschneiden, die mich noch mit der Firma verbanden. Ich bekam Lust, wieder ein paar Stunden Büroarbeit zu machen und fragte mich, ob ich mich nicht vielleicht langweilen würde, wenn alle Kinder vormittags außer Haus sein würden. Außerdem stellte ich fest, dass ich die lange Fahrt vermeiden könnte, wenn ich teilweise im Homeoffice arbeiten würde.

So dachte ich viel über die ganze Sache nach und nahm Kontakt mit meinem Arbeitgeber auf. Ich wollte erst einmal abklopfen, welche Möglichkeiten ich überhaupt hatte. Mein Vorschlag war, dass ich an einem Tag in der Woche 6 Stunden in der Firma arbeiten und weitere 4 Stunden im Homeoffice flexibel einteilen könnte. Die verantwortliche Mitarbeiterin versprach, die Angelegenheit zu prüfen und mir dann Bescheid zu geben.

Ein paar Wochen später bekam ich eine Einladung zu einem Gespräch mit meinem Vorgesetzten. Plötzlich kam Panik in mir auf, weil ich nicht wusste, ob es richtig war, wieder arbeiten zu gehen und weil ich nicht sicher war, wie mein Mann dazu stand. Bisher hatte er sich zu diesem Thema sehr bedeckt gehalten. Ich betete also sehr viel darüber und forschte in der Bibel. Auch mit meinem Mann sprach ich oft und es kam dabei heraus, dass er es sich gut vorstellen könnte, wenn ich ein paar Stunden arbeiten gehen würde. Er hatte mich bisher nur nicht beeinflussen wollen. Aber meine Gedanken spielten Karussell und ich war mir sehr unsicher, was Gottes Wille war. Ich analysierte die Stellen in 1. Timotheus, die verheiratete Frauen betreffen, und kam zu dem Schluss, dass es auf jeden Fall wichtig ist, dass ich meinen Haushalt führe und die Kinder erziehe. „Nun,“ dachte ich „wenn ich 10 Stunden in der Woche arbeite, habe ich immer noch genügend Zeit, mich um beides zu kümmern und wenn ich merken sollte, dass es nicht klappt, kann ich jederzeit kündigen.“

Immer wieder kreisten meine Gedanken und ich konnte keine Ruhe finden. Am Abend vor dem Termin mit meiner Firma saß ich mit meinem Mann auf dem Sofa und sagte: „Ich habe Angst, dass es mir so geht, wie dem Propheten Jona. Er stieg bewusst in das falsche Schiff und der Wind war zuerst günstig. Danach ging es gründlich schief.“ Mein Mann aber beruhigte mich: „Wenn du es wirklich aufrichtig meinst und nach Gottes Willen fragst, dann wird er dich nicht in die falsche Richtung laufen lassen.“ Nach diesem Satz wurde ich ruhiger und konnte das Gespräch in Gottes Hände legen.

Am nächsten Tag sagte mein Vorgesetzter zu mir: „Sie können gerne wieder bei uns anfangen. Aber nicht mit so wenigen Stunden. Optimalerweise sollten Sie Vollzeit arbeiten, aber wenigstens deutlich über 20 Stunden in der Woche. Überlegen Sie es sich gut und geben Sie uns dann Bescheid.“ Meine Antwort war: „Da muss ich nicht mehr überlegen. Dann ist für mich klar, dass ich nach der Elternzeit nicht mehr in die Firma zurückkomme.“ Nach dem Gespräch hatte ich einen großen Frieden im Herzen, weil ich wusste, dass es Gottes Weg war.

Ich bin eigentlich froh, dass ich doch noch mit der Firma Kontakt aufgenommen habe, weil ich sonst wahrscheinlich immer wieder Zweifel gehabt hätte, ob ich mir nicht doch die Tür dort hätte aufhalten sollen. So ist jetzt alles geklärt und ich kann ich mich voll und ganz meiner Familie widmen.

Das zusätzliche Geld wäre natürlich ein schönes „Bonbon“ gewesen, aber im Nachhinein bin ich froh darüber, wie viel Stress mir nun erspart bleibt. Wenn ich alleine daran denke, wie oft die Kinder krank sind, dann weiß ich gar nicht, wie ich das organisieren sollte. Aktuell ist es so, dass ich mich vormittags um den Haushalt kümmere und nachmittags für die Kinder da bin. Mir wird wahrlich nicht langweilig!

Was mir in einem Artikel der Website muetterausgnade.com deutlich wurde, war, dass ich die Zeit, die mir nun zur Verfügung steht, auch für die Gemeinde nutzen kann. In mehreren Artikeln auf dieser Website wird das ganze Thema von biblischer Seite her beleuchtet, was ich sehr hilfreich finde!

Jetzt könnte jemand einwenden, warum mein Mann denn nicht weniger arbeitet. Die Antwort ist ganz einfach: Das würde sich finanziell für uns nicht lohnen.

Nachfolgend noch ein paar Vor- und Nachteile, die ich zu dem Thema herausgearbeitet habe.

Vorteile, wenn ich arbeiten gehe:

  • Mehr Geld zur Verfügung und damit mehr Annehmlichkeiten.
  • Ich bleibe im Beruf und werde geistig stärker gefordert.
  • Mehr Ansehen in der Gesellschaft, weil ich dem Zeitgeist entspreche.

Nachteile, wenn ich arbeiten gehe:

  • Wir haben weniger Zeit, unseren Eltern und alleinstehenden Geschwistern zu helfen.
  • Die Kinder müssen ggf. mehr fremdbetreut werden, was für ihre psychische Entwicklung nicht gut ist.
  • Im Haushalt bleibt vieles liegen.
  • Es wird mir schwerer fallen, Gäste einzuladen.
  • Ich werde stärker gefordert und habe dadurch weniger Energie und Nerven für meine Kinder.
  • Ich habe weniger Zeit, mich in der Schule oder im Kindergarten für Projekte oder sonstige Unterstützung zu melden.
  • Ich habe weniger Zeit für meine persönliche Beziehung mit Gott.
  • Ich habe weniger Zeit für die Gemeinde.
  • Ich koche vermutlich nicht mehr so gesund, backe kein Brot, bringe meinen Kindern nicht so viel bei, habe kaum Zeit für den Garten, wir erledigen vieles mit dem Auto, weil es schneller geht…

Vielleicht hast du einen anderen Lebensentwurf als ich? Dann möchte ich dich nicht dafür verurteilen. Aber wenn du Christin bist, dann sei dir im Klaren darüber, was Gottes Plan für deine konkrete Situation ist.

Why I am a stay-at-home-mom

Preface: I don’t want to offend any woman who needs or wants to work due to financial or other reasons. This is my personal story. However, I encourage looking at this topic from all angles and considering what it means for children when both parents work.

I have always had the goal to be present for my children, if I were to have any. On the one hand, my mother had instilled a positive image of the roles of mother and housewife in me. On the other hand, during my pedagogy classes in school, I had learned that a child’s first three years are the most formative, so ideally, the child should not be exposed to too many caregivers and should not be placed in external care.

However, when a second pregnancy did not occur as quickly as I had imagined, I started to wonder whether it might make sense to work a few hours again. I thought it through carefully and concluded that it wouldn’t improve our family’s quality of life, so I stayed at home. After having my second and third child, the question didn’t arise anymore because I was already busy enough. I also prepared myself not to return to my company after the parental leave, once my youngest child would be 4.5 years old. By then, we had moved, and the long commute seemed impractical.

About 4 or 5 months before the end of my parental leave, my employer gave me a bonus for my 10-year work anniversary (of which I spent 9 years on parental leave). This made me reconsider my future. Suddenly, it was hard to completely sever the ties that still connected me to the company. I felt a desire to do some office work for a few hours and wondered if I might get bored when all the children were out of the house in the mornings. Additionally, I realized that I could avoid the long commute by working partially from home.

So I thought a lot about the whole matter and contacted my employer. I wanted to explore what options I had. My proposal was that I could work 6 hours in the company’s office one day a week and another 4 hours flexibly from home. The responsible employee promised to look into the matter and let me know.

A few weeks later, I received an invitation to a meeting with my boss. Suddenly, panic set in because I didn’t know if returning to work was the right decision, and I wasn’t sure how my husband felt about it. Until then, he had been quite reserved on this topic. So, I prayed a lot about it and searched the Bible for guidance. I also discussed it with my husband, and it turned out that he could imagine me working a few hours. He just hadn’t wanted to influence me before. But my thoughts were spinning, and I was very uncertain about God’s will. I analyzed the passages in 1 Timothy that pertain to married women and concluded that it was essential for me to manage my household and raise the children. ‘Well,’ I thought, ‘if I work 10 hours a week, I’ll still have enough time for both, and if it doesn’t work out, I can always resign.’

My mind kept circling, and I couldn’t find peace. The evening before the meeting with my company, I sat on the sofa with my husband and said, „I’m afraid it will be like Jonah. He deliberately boarded the wrong ship, and the wind was initially favorable. But then things went terribly wrong.“ However, my husband reassured me: „If you’re sincere and seek God’s will, He won’t lead you in the wrong direction.“ After that statement, I felt calmer and entrusted the conversation to God.

The next day, my boss said to me, „You’re welcome to return to us. But not with so few hours. Ideally, you should work full-time, or at least significantly more than 20 hours a week. Think it over and let us know.“ My response was, „I don’t need to think anymore. Then it’s clear to me that I won’t return to the company after parental leave.“ After the conversation, I had deep peace in my heart because I knew it was God’s way.

I’m actually glad that I finally got in touch with the company, because otherwise I would probably have had doubts about whether I should have kept the door open there. Now everything is clarified, and I can fully devote myself to my family.

The additional money would have been a nice bonus, of course, but in hindsight, I’m glad about how much stress I’m now avoiding. Just thinking about how often the children get sick, I don’t know how I would organize it. Currently, I take care of household chores in the mornings and look after the children in the afternoons. I’m certainly not bored!

What became clear to me from an article on the website muetterausgnade.com is that I can also use the time I now have available for church. Several articles on this website shed light on the whole topic from a biblical perspective, which I find very helpful! It is also available in English.

Maybe one could ask why my husband does not work less and take care of the kids. The answer is simple: It`s not worth it regarding our finances.

Advantages of Working:

Increased Disposable Income: Working provides more money, allowing for greater comfort and amenities.
Professional Growth: Staying in the workforce challenges you mentally and helps you develop.
Social Status: Working aligns with societal trends and enhances your standing.

Disadvantages of Working:

Less Time for Family: Less time to assist parents and single siblings.
Childcare Challenges: Children may require more external care, impacting their psychological development.
Household Neglect: Household tasks may be left undone.
Social Obligations: Inviting guests becomes more challenging.
Personal Energy Drain: Work demands reduce energy and patience for children.
Limited School Involvement: Less time for school or kindergarten projects and support.
Spiritual Connection: Reduced time for personal relationship with God.
Church Engagement: Less time for church involvement.
Health and Lifestyle Changes: Cooking, baking, teaching children, and gardening may suffer due to time constraints, leading to more reliance on cars for convenience.

Maybe you have got a different lifestyle than I have. I won`t judge you. But if you are a Christian please make sure that you are following God`s plan for your specific situation.

Bild wurde mit KI erstellt.

Veröffentlicht von happyhenni

Ich bin Christin, verheiratet und Mutter von 3 Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter.

12 Kommentare zu „Warum ich nicht mehr berufstätig bin

  1. Finde ich richtig klasse, dass du deinem Beruf als Mutter und Familienmanagerin nachgehst!! Danke!! Damit tust du sehr viel für die Zukunft unseres Landes – viel mehr als in jedem anderen Job!!

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  2. Liebe Henni, seit heute kann ich keine Artikel mehr auf meiner Seite Christliche Perlen schreiben. Meine Statistik geht nicht wie üblich auf. Ich schaue hiermit, ob wenigstens anderswo Kommentieren noch geht. Dann kontaktiere ich den Support. Kann nur hoffen, es geht noch einmal alles. Liebe Grüße von Tina ❤

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      1. Hallo Tina,

        WordPress scheint irgendetwas umgestellt zu haben. Ich komme auch nur noch über Umwege an meine Entwürfe dran. Zumindest in der Smartphone-Ansicht.

        LG

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  3. Das kann sehr gut sein, dass WP umgebaut hat. Denn es sieht einiges anders aus als sonst. Jedenfalls Cookies löschen und Cache leeren könnte auch nutzen. Danke für den Hinweis mit dem Umbau und ganz liebe Grüße!

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  4. Liebe Henni,

    Danke fürs Teilen deiner Geschichte und Gedanken! Ich habe noch ziemlich genau 1 Jahr, bevor ich entscheiden muss, wie ich nach der Elternzeit weiter mache. Der aktuelle Plan wäre, ein paar Stunden/Woche während der Kindergartenzeit zu arbeiten. Aber mal sehen…

    Interessant finde ich, dass man gar nicht so gut weit im Voraus „festlegend“ kann, was gut und richtig ist. Mir scheint, als müsse man das wirklich erst dann in der Situation prüfen und dann im Vertrauen auf Gottes Führung entscheiden.

    Ich habe zwischen den Kindern 6 Monate gearbeitet (3 Monate 8h, 3 Monate 15h). Dass ich mir das je wünschen oder machen würde, hätte ich 2 Jahre davor niemals gedacht!
    Doch es tat, unter den Umständen, sehr gut und war ohne wirkliche Fremdbetreuung möglich: mein Mann hat auf eine 4-TageWoche gekürzt (die wir beibehalten haben und seeehr genießen!) und den anderen Tag war ich im Homeoffice bei meinen Eltern und meine Mutter übernahm die Betreuung. Es war eine sehr gute Zeit in vielerlei Hinsicht – was ich mir Monate zuvor niemals gedacht hätte.

    Schon spannend, das Thema… und herausfordernd, die Prioritäten richtig zu setzen und sich nicht von irgendwas „blenden“ zu lassen. 🙂

    Aber wir haben ja einen Gott, der uns leiten möchte – wenn wir ihn lassen. 🙂

    Liebe Grüße

    Annalena

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    1. Liebe Annalena,
      vielen Dank für deinen Kommentar!
      Genau, keine Situation ist gleich und es kann sich immer wieder was ändern. Schön, dass du dich da auch von Gott leiten lässt!
      Bei uns in der Schule wurde jetzt gefragt, wer beim Erntedankfest helfen kann und es hatte fast niemand Zeit. Da war ich dann einfach froh, dass ich zu Hause bin und so etwas machen kann.
      Liebe Grüße zurück! 🤗

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  5. Ich finde es klasse, wie du Gott im Gebet fragst und die Bibel nach Antworten erforschst und dich darauf einlässt, ein Gespräch mit deinem Vorgesetzten zu führen, um zu sehen, ob Gott dir die Türe für 10 Stunden Arbeit in der Woche auftut.

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  6. Ich finde Deinen Text und die Beschreibung Deiner Gedankengänge klasse. Danke dafür. Ich finde es toll wie Du Deinen Weg findest.

    Ich habe einen komplett anderen Lebensentwurf und denke, dass es für mich der richtige ist.

    Da wird mir wieder einmal mehr bewusst wie verschieden die Menschen sind. Jeder hat seinen eigenen Stil. Und das ist wichtig und richtig so.

    Diese Tatsache lerne ich auch jeden Tag aufs Neue von meinen Kindern. Sie sind so verschieden. Jedes hat seine Stärken und Schwächen und wird seinen eigenen Weg beschreiten.

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    1. Gerade habe ich deinen Kommentar aus dem Spamordner gefischt.

      Ja, jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich und es ist gut, wenn man Andere auch so stehen lassen kann, wie sie sind. Danke, dass du dich trotzdem für meine Beiträge interessierst!

      LG

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