Was ein kurzes Tischgebet bewirken kann

English translation below

Wenn ich jetzt eine Umfrage machen würde, wer von euch zu Hause vor dem Essen betet, würden wahrscheinlich die meisten Hände hochgehen.

Wenn ich eine Umfrage machen würde, wer woanders, z. B. im Restaurant oder bei Fremden, vor dem Essen betet, würden vermutlich weniger Hände hochgehen.

Warum ist das so?

Ich kenne dieses Gefühl, dass man sich einfach schämt, vor anderen zu beten und dass es oft eine große Überwindung ist, kurz den Kopf zu senken und still Gott für das Essen zu danken. Da habe ich leider schon manchmal versagt. Wenn wir als ganze Familie im Restaurant sind, betet einer von uns (in der Regel mein Mann) laut für alle. Das macht bestimmt noch mehr Aufsehen. Auch da kann man sich schnell unwohl fühlen.

Als ich noch in der Ausbildung war, hatte ich mir angewöhnt, in der Kantine vor der Mahlzeit kurz den Kopf zu senken, die Augen zu schließen und mit gefalteten Händen im Stillen zu beten. Eine Mitauszubildende tat das auch; von daher war ich nicht ganz alleine. Als ich dann später in die verschiedenen Abteilungen kam, war es schon herausfordernder. Muss man sofort vor allen seinen Glauben bekennen? Könnte man nicht auch einfach kurz in Gedanken beten, ohne dabei durch die Körperhaltung zu zeigen, dass man es tut? Klar kann man das. Aber ich denke, dass dabei ein gewisser Segen verloren geht.

Eines Tages sah ich, dass ein ranghoher Manager vor dem Essen betete. Ich war total baff. Das hätte ich nicht erwartet! Es beschämte mich, dass ein Mann, der noch viel mehr gesehen wurde als ich, seinen Glauben nicht verleugnete. Ich dagegen hatte immer im Herzen, was die Menschen wohl denken würden. Dieses Vorbild des gläubigen Managers bestärkte mich darin, dass es keine Schande ist, in der Öffentlichkeit zu beten und so tat ich es viel zuversichtlicher.

Der Segen eines öffentlichen Gebets

Ich kenne eine Familie, die durch ein kleines Tischgebet zum Glauben gefunden hat.

In einem Restaurant oder in einer Kantine betete ein Mann vor dem Essen. Ein weiterer Gast wurde darauf aufmerksam und sprach ihn an, wodurch sich ein Gespräch über den Glauben an Jesus Christus entwickelte. Der Gläubige verwies den anderen Gast an eine biblische Gemeinde in der Nähe. Dort wurde ihm anhand der Bibel der Weg zur Erlösung erklärt, sodass er sich für den Glauben an Jesus entschied. Anschließend führte er einige seiner Familienmitglieder zu Jesus. Dadurch bildeten sich gläubige Familien, die wiederum das Evangelium an die nächste und übernächste Generation weitergaben.

Das sollte doch zu denken geben.

„Mut muss man bei Jesus haben, Menschenfurcht führt zum Verzicht“

Falls du dich nicht traust, anderen zu zeigen, dass du betest (ich kann es voll verstehen!), dann bitte Gott doch, dass er dir den Mut gibt, das bei nächster Gelegenheit zu tun. Sei es nun ein Restaurantbesuch oder der Kindergeburtstag bei euch zu Hause. Wer weiß, was Gott noch vorhat!

Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater.

Jesus in Matthäus 10, 32

Nachwort: Falls du einen russlanddeutschen Hintergrund hast, wirst du es gewohnt sein, beim Tischgebet aufzustehen. Ich komme aus einem Umfeld, wo das nicht üblich ist, deshalb schreibe ich darüber nichts. Aber Gott gibt dir sicher auch Weisheit, wie du in diesem Fall damit umgehen kannst.

The Result of a Short Prayer Before a Meal

If I were to take a poll asking how many of you pray before meals at home, most hands would probably go up.

If I were to take a poll asking how many of you pray before meals somewhere else — for example in a restaurant or in the presence of strangers — probably fewer hands would be raised.

Why is that?

I know the feeling of being embarrassed to pray in front of others, and how difficult it can be to briefly bow your head and quietly thank God for the food. Sadly, I have failed at this myself at times. When our whole family is in a restaurant, one of us — usually my husband — prays aloud for everyone. That naturally attracts even more attention, and it can quickly become uncomfortable.

Back when I was still in training, I got into the habit of briefly bowing my head in the cafeteria before eating, closing my eyes, folding my hands, and praying silently. One of my fellow trainees did the same, so at least I wasn’t completely alone. Later, when I started working in different departments, it became more challenging. Do you really have to openly confess your faith in front of everyone right away? Couldn’t you simply pray silently in your thoughts without showing it through your posture? Of course you can. But I believe that in doing so, a certain blessing is lost.

One day, I noticed a senior manager praying before his meal. I was completely astonished. I never would have expected that! It humbled me to see that a man who was far more visible than I was did not deny his faith. Meanwhile, I had constantly been worried about what people might think of me. The example of that faithful manager encouraged me to realize that praying publicly is nothing to be ashamed of, and from then on I did it with much greater confidence.

The Blessing of a Public Prayer

I know a family that came to faith through a simple prayer before a meal.

A man prayed before eating in a restaurant or cafeteria. Another guest noticed this and spoke to him, which led to a conversation about faith in Jesus Christ. The believer then referred the other man to a Bible-believing church nearby. There, the way of salvation was explained to him through the Bible, and he decided to put his faith in Jesus. Later, he also led several members of his family to Christ. In this way, believing families were formed, who in turn passed the Gospel on to the next and even the following generation.That really should bei considered.

“Following Jesus Requires Courage — Fear of People Leads to Compromise”

If you do not dare to let others see that you pray (and I completely understand that!), then ask God to give you the courage to do so the next time the opportunity arises — whether at a restaurant or during a children’s birthday party at your home. Who knows what God may still intend to do!

Veröffentlicht von happyhenni

Ich bin Christin, verheiratet und Mutter von 3 Kindern.

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