Vor einigen Jahren, genau genommen im Jahr 2012, hat eine amerikanische Bloggerin einen Artikel darüber geschrieben, wie sie auch an unangenehmen Aufgaben Freude finden kann. Weil ich ihre Vorgehensweise sehr interessant finde, folgt gleich eine Übersetzung des Artikels. Wenn du den Original-Post auf Englisch lesen möchtest, dann klicke bitte hier:
https://sharizook.com/zooming-in-and-zooming-out/
Shari Zook ist Mennonitin aus den USA, Mutter von mehreren Kindern und Pflegekindern und hat einen Blog unter sharizook.com.
Zugegeben: Es gibt einige Hausarbeiten, die ich gerne mache …
(kochen, organisieren, Wäsche aufhängen).
Es gibt viele Hausarbeiten, die ich langweilig finde, weil sie ein stupides Wiederholen alter Routinen sind …
(Geschirr spülen, Wäsche zusammenlegen, staubsaugen).
Und es gibt ein paar Hausarbeiten, die ich nicht ausstehen kann…
(allen voran das Bügeln).
Für die letzten beiden – die langweiligen und die unausstehlichen – habe ich es als hilfreich empfunden, es mit „hereinzoomen oder herauszoomen“ zu probieren – so nenne ich es.
(Manchmal denke ich, ich bin eigentlich nur ein übergroßes Kind.)
Reinzoomen bedeutet, sich zu konzentrieren und das Stupide in ein Kunstwerk zu verwandeln. Ich werde diese Hemden so bügeln, dass sie eines Königs würdig sind. Oder ich bete für die Person, deren Kleidung ich bügle – meinen Sohn, meine Tochter, meinen Mann. Manchmal bete ich beim Bügeln der Hemdsärmel meines Mannes: „Herr, mach seine Arme stark für die Arbeit, zu der du ihn berufen hast.“
Das ist Reinzoomen und es gibt mir ein Gefühl der Zufriedenheit.
Rauszoomen bedeutet, den Geist mit etwas völlig anderem zu beschäftigen. Das heißt, ich lege vielleicht ein Liederbuch auf das Bügelbrett und singe laut, während ich arbeite*. Oder ich telefoniere mit meiner Schwester und klemme mir den Hörer zwischen Schulter und Ohr.
Das ist Rauszoomen und ich bin jedes Mal überrascht – denn ich frage mich: Habe ich wirklich diese ganzen Hemden schon gebügelt? Und doch hängen sie da, faltenlos und fertig.
*Randbemerkung: Beim ersten Mal wirst du dich lächerlich fühlen – übertrieben fromm und ein bisschen wie eine Großmutter. Das ist okay. Wenn Satan dich dazu bringen kann, das Loben Jesu für albern zu halten, wird er es tun. Sing weiter, und beim nächsten Mal wird es leichter.
Es gibt viele andere Möglichkeiten, rein- und rauszuzoomen.
Essensvorbereitung für die Woche:
- Reinzoomen – Details planen, eine besondere Note hinzufügen, eine kreative Idee einbauen.
- Rauszoomen – Am Montag ein großes Hähnchen kochen und es in allen fünf Abendessen der Woche weiterverwenden.
Geschirr spülen:
- Reinzoomen – Für die Dinge danken, die man in den Händen hält.
- Rauszoomen – Ein Hörbuch anhören.
Welche anderen Möglichkeiten fallen dir ein? Wahrscheinlich machst du das alles schon – auch wenn du es vielleicht anders nennst.
Ich (Henni), habe das so umgesetzt: Wenn ich Wäsche falte, dann rufe ich oft meine Mutter an. Das ist Rauszoomen. Reinzoomen wäre dann, wenn ich bei jedem Wäschestück, das ich falte, für das jeweilige Familienmitglied bete.
Ich freue mich auch über weitere Vorschläge in den Kommentaren. 😊
