Kinderstunde vorbereiten mit KI?

English translation below

Das Thema „Künstliche Intelligenz“ ist in aller Munde. Bei uns gibt es momentan kaum ein Treffen mit Freunden oder Bekannten, wo nicht darüber gesprochen wird.

Doch KI ist umstritten. Während manche sich ihren Alltag ohne die virtuelle Helferin gar nicht mehr vorstellen können, haben andere Angst davor und versuchen, sie so gut wie möglich aus ihrem Leben verbannen.

Gibt es einen Weg, wie ich als Christ, besonders im Hinblick auf Kinderstunde, vernünftig damit umgehen kann?

Was man bei der Nutzung von KI generell bedenken sollte

KI birgt definitiv Risiken und Gefahren und man sollte sich ihr nicht unbedarft und naiv aussetzen. Wenn man KI nutzt, sollte man sich über eins im Klaren sein: Sie ist nicht die Wahrheit.

KI sucht sich ihre Informationen überall im Internet zusammen und es ist wohl allen klar, dass dort nicht immer die Wahrheit gesagt wird. Außerdem erfindet eine KI oft Antworten, wenn sie nichts weiß, und präsentiert diese als pure Tatsachen (sie halluziniert). Man sollte also vorsichtig sein, was man ihr glaubt.

Wir Christen wissen: Die Wahrheit ist nur Jesus.

Jesus sagt: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. Johannes 14,6

Nicht eine Maschine sagt uns, was wahr ist, sondern die Bibel. Diese Grundhaltung sollte uns auch bei der Nutzung von KI begleiten.

Gott hat uns außerdem ein Gehirn zum denken gegeben. Das sollten wir auch nutzen und nicht alles auslagern, weil wir sonst denkfaul und unkreativ werden – und zu unkritisch.

Wo man im Hinblick auf Kinderstunde aufpassen sollte

Wenn es um das Thema Kinderstunde geht, gibt es die Möglichkeit, sich komplette Stundenentwürfe erstellen zu lassen. Das klingt praktisch, aber ich würde es mit Vorsicht genießen.

  • Geistliche Leitung fehlt: Eine Kinderstunde entsteht idealerweise im Gebet und unter Gottes Führung.
  • Inhaltliche Fehler sind möglich: KI kann biblische Geschichten falsch wiedergeben oder theologisch fragwürdige Aussagen einbauen.
  • Bilder können verzerrt sein: KI-Illustrationen wirken auf den ersten Blick schön, enthalten aber oft inhaltliche Fehler oder entstellte Gesichter/Körperteile.

Vor kurzem bin ich auf eine Seite gestoßen, auf der man viele Bibelgeschichten, Ausmalbilder, Lieder und dergleichen herunterladen kann. Man kann sich dort sogar komplette Kinderstundenentwürfe erstellen lassen. Wenn man genau hinschaut, sieht man aber, dass alles KI-generiert ist. Auf den Bildern sind teilweise Gesichter verzerrt oder Szenen ganz falsch dargestellt. Da hat sich jemand wohl nicht die Mühe gemacht, das Ganze zu überprüfen.

Und hier liegt meiner Meinung nach der Knackpunkt: Wenn man alles der KI überlässt und sie nicht als Werkzeug unterstützend verwendet, dann geht es sicherlich auf irgendeine Weise schief.

Für den heutigen Artikel habe ich von meiner KI ein Testausmalbild erstellen lassen, bei dem man sehr gut sieht, wie schnell das Ganze daneben geht. Meine Aufforderung an die KI lautete: „Erstelle ein Ausmalbild zur Speisung der 5000.“

Hier hat die KI wohl in der Kinderstunde nicht richtig aufgepasst. Wieviele Brote und Fische brachte der Junge doch gleich zu Jesus? Genau, fünf Brote und zwei Fische. Auf dem Bild sehe ich aber sieben Brote und einen Fisch. Das hätte mein kleiner Sohn besser hinbekommen.

Wenn man genau hinschaut, dann sieht man auch, dass manche Gesichter der Menschen im Hintergrund entstellt sind (auf manchen Bildern ist es noch schlimmer). Welches Kind will so etwas bitte ausmalen?

Und Jesus hat zwar das Wunder getan, das Essen zu vermehren. Die Brote haben dabei aber nicht über den Körben geschwebt!

Wie ich KI für die Kinderstundenvorbereitung nutze

Kann man nun KI etwas Positives abgewinnen?

Wie bereits erwähnt, kann man KI unterstützend als Werkzeug benutzen. Man sollte sich aber nicht zu hundert Prozent auf sie verlassen.

Wenn ich Kinderstunden vorbereite, greife ich häufig auf Material von namhaften Organisationen zurück, wo eine Lektion schon komplett mit Bastel- und Spielideen ausgearbeitet ist. Wenn mir diese aber fehlen und ich selber keine Idee oder kein Material habe, dann unterstützt mich „meine“ KI gelegentlich dabei.

1. Ausmalbilder

Schon oft habe ich in der Vergangenheit gedacht: Wenn ich doch nur schön malen oder zeichnen könnte, dann könnte ich mir die Bilder, die mir für die Kinderstunde vorschweben, selbst erstellen. Mittlerweile erledigt das häufig die KI für mich.

Es ist aber nicht immer ganz einfach, weil die KI eben auch viele Fehler macht. Man braucht sehr viel Geduld, bis das Ergebnis passt. Sonst kann es geschehen, dass es inhaltliche Fehler gibt (Halbmond auf dem jüdischen Tempel) oder, wie im letzten Abschnitt schon erwähnt, dass Figuren in irgendeiner Weise entstellt werden (verzerrte Gesichter, ein dritter Arm etc). Je genauer man seine Vorstellungen aufschreibt (Prompt), desto besser wird nachher das Bild.

Hier habe ich ein Bild gesucht, wo Jesus die Schwiegermutter von Petrus heilt.

2. Symbole für ein Thema

Wir hatten in einer Freizeit das Thema „Die fünf G“. Ich wollte die fünf G mit Symbolen darstellen, damit die Kinder sie sich besser einprägen konnten. Leider fand ich in meinem Schreibprogramm keine passenden. Ich forderte deshalb die KI auf, mir Symbole im Stil des Schreibprogramms zu den Begriffen „Glaube, Gottes Wort, Gehorsam, Gebet und Gemeinschaft“ zu erstellen. Das klappte auf Anhieb ziemlich gut Die Symbole konnte ich dann vielfältig einsetzen. Im untenstehenden Bild siehst du die Vorlage für ein Mobile.

3. Erzähl- bzw. Bildkarten für ein Thema

Einmal wollte ich eine Kinderstunde zum Thema „Igel“ halten und nutzte die KI, um mir Bildkarten für einen Erzählkreis zu erstellen. Es war allerdings nicht ganz so einfach, da die KI manchmal eine sehr blühende Fantasie hatte. Leider habe ich die falschen Bilder schon gelöscht. Aber da hatte eine Schnecke plötzlich Käferflügel und hieß „Käneccke“ und die Stacheln vom Igel wurden von Bild zu Bild runder.

Für die Karte „Was frisst der Igel?“ musste ich selber genau aufschreiben, was der Igel frisst. Denn bei einem ersten Versuch hatte die KI sich einfach etwas ausgedacht, was nicht den Tatsachen entsprach.

4. Vorschläge für Spiele

Wenn ich eine Spielidee zu einem Thema benötige, kann ich die KI dazu befragen. Ob dann immer etwas Sinnvolles dabei herauskommt, sei dahingestellt, aber zumindest kann sie mir Denkanstöße und Ideen geben.

5. Bibelverse vorschlagen

Ich habe ein Thema und mir fällt kein passender Bibelvers dazu ein. Dann suche ich einfach mithilfe der KI und oft hat sie einen guten Vorschlag parat.

Schlussgedanken

KI darf niemals unser Denken oder unsere geistliche Verantwortung ersetzen. Auch sollten wir uns bei unserer Kinderstundenvorbereitung von Gottes Geist leiten lassen. Deshalb würde ich nie empfehlen, eine vollständige Kinderstunde von der KI erstellen zu lassen. Oder was würdest du von einem Prediger halten, der seine Predigt nicht selber verfasst hat, sondern das der KI überlassen hat?

Gleichzeitig finde ich KI als unterstützendes Werkzeug manchmal hilfreich – solange wir sie beherrschen und nicht sie uns.

Und was meinen persönlichen Geschmack betrifft: Irgendwann ist es bei KI doch immer das Gleiche oder nicht? Es wird schnell fade und irgendwie fehlt dem Ganzen die Seele – so erscheint es mir. Richtige Sachen von richtigen Menschen gefallen mir einfach besser.

Wie denkst du über das Thema? Siehst du es eher kritisch oder ist KI schon ein selbstverständlicher Teil deines Alltags? Hast du vielleicht KI schon für die Kinderstundenvorbereitung eingesetzt? Ich freue mich über einen Kommentar von dir! 😊

Preparation of Sunday School Lessons with AI?

The topic of “artificial intelligence” is on everyone’s lips. These days, we can hardly meet with friends or acquaintances without the subject coming up.

But AI is controversial. While some people can no longer imagine their everyday lives without this virtual helper, others are afraid of it and try to banish it from their lives as much as possible.

Is there a way for me as a Christian—especially with regard to children’s ministry—to handle it wisely?

What to keep in mind when using AI in general

AI definitely carries risks and dangers, and we should not expose ourselves to it carelessly or naively. When using AI, you should be aware of one thing: it is not the truth.

AI gathers its information from all over the internet, and everyone knows that the internet does not always tell the truth. In addition, an AI often invents answers when it doesn’t know something and presents them as pure facts (it hallucinates). So you should be careful about what you believe from it.

We Christians know: the truth is only Jesus.

Jesus says: I am the way and the truth and the life; no one comes to the Father except through me.

John 14:6

It is not a machine that tells us what is true, but the Bible. This basic attitude should also guide us when using AI.

God also gave us a brain to think with. We should use it and not outsource everything, because otherwise we become mentally lazy, uncreative—and uncritical.

Difficulties with regard to children’s ministry

When it comes to children’s ministry, there is the option of having complete lesson plans generated by AI. That sounds practical, but I would approach it with caution.

  • Spiritual guidance is missing: A children’s lesson ideally arises through prayer and under God’s guidance.
  • Content errors are possible: AI may reproduce biblical stories incorrectly or include theologically questionable statements.
  • Images can be distorted: AI illustrations often look nice at first glance, but they frequently contain content mistakes or distorted faces/body parts.

Recently, I came across a website where you can download many Bible stories, coloring pages, songs, and similar materials. You can even have complete children’s lesson plans generated there. But if you look closely, you can see that everything is AI-generated. Some of the pictures have distorted faces, or scenes are shown completely incorrectly. It seems that someone didn’t bother to check the material.

And this, in my opinion, is the key point: if you leave everything to AI and do not use it as a supportive tool, something is bound to go wrong.

For today’s article, I had my AI generate a test coloring page that very clearly shows how quickly things can go awry. My instruction to the AI was: “Create a coloring page of the feeding of the 5,000.

It seems the AI has not prayed attention in sunday school. How many loaves and fish did the boy bring to Jesus? Exactly, five loaves and two fish. But in the picture I see seven loaves and one fish. My little son could have done better.

If you look closely, you can also see that some of the faces of the people in the background are distorted (in some pictures it’s even worse). What child would want to color something like that?

And while Jesus did perform the miracle of multiplying the food, the loaves certainly weren’t floating above the baskets!

How I use AI for preparing children’s lessons

Can anything positive be gained from AI?

As already mentioned, AI can be used supportively as a tool. But you shouldn’t rely on it one hundred percent.

When I prepare children’s lessons, I often use materials from reputable organizations, where a lesson is already fully developed with craft and game ideas. But when I lack such materials and have no ideas or resources of my own, “my” AI occasionally helps me out.

1. Coloring pages

Many times in the past I thought: If only I could draw or paint well, then I could create the pictures I envision for children’s church myself. These days, the AI often does this for me.

But it’s not always easy, because AI also makes many mistakes. You need a lot of patience until the result fits. Otherwise it can happen that there are factual errors (a crescent moon on the Jewish temple) or, as mentioned in the previous section, that figures are distorted in some way (warped faces, a third arm, etc.). The more precisely you describe what you have in mind (the prompt), the better the image will be in the end.

This coloring page is about the healing of Peter’s mother-in-law

2. Symbols for a Theme

In one of our camps, we had the theme “The Five G’s.” I wanted to represent the five G’s with symbols so the children could remember them more easily. Unfortunately, I couldn’t find any suitable ones in my word-processing program. So I asked the AI to create symbols—in the style of the program—for the terms faith, God’s Word, obedience, prayer, and fellowship (In German those words all start with „G“). It worked surprisingly well right away. I was then able to use the symbols in many different ways. In the picture below, you can see the template for a mobile.

3. Story or Picture Cards for a Topic

Once, I wanted to teach a children’s lesson on the topic “hedgehogs,” and I used AI to create picture cards for a storytelling circle. It wasn’t quite that easy, though, because the AI sometimes had a very vivid imagination. Unfortunately, I’ve already deleted the wrong pictures. But for example, one time a snail suddenly had beetle wings and was named “Käneccke” (which in English would be something like „snaitle“) and the hedgehog’s spines became rounder from one picture to the next.

For the card “What does the hedgehog eat?” I had to write down exactly what a hedgehog eats myself. Because in my first attempt, the AI simply made something up that didn’t correspond to the facts.

4. Suggestions for Games

When I need an idea for a game on a particular topic, I can ask the AI. Whether the result is always helpful is another matter—but at least it can give me impulses and ideas.

5. Suggesting Bible Verses

Sometimes I have a topic but can’t think of a suitable Bible verse. Then I simply search with the help of the AI, and often it provides a good suggestion.

Final Thoughts

AI must never replace our thinking or our spiritual responsibility. We should also let God’s Spirit guide us as we prepare children’s lessons. That’s why I would never recommend having AI create an entire lesson. And what would you think of a preacher who didn’t write his sermon himself but left it to AI?

At the same time, I sometimes find AI helpful as a supporting Tool — as long as we control it and it does not control us.

And as far as my personal taste is concerned: at some point, AI always feels like the same thing, doesn’t it? It quickly becomes bland, and somehow the whole thing lacks soul—at least that’s how it seems to me. Real things by real people simply appeal to me more.

What do you think about the topic? Are you more critical about it, or has AI already become a natural part of your everyday life? Have you perhaps already used AI in preparing children’s lessons? I’d be happy to read your comment! 😊

Veröffentlicht von happyhenni

Ich bin Christin, verheiratet und Mutter von 3 Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter.

5 Kommentare zu „Kinderstunde vorbereiten mit KI?

  1. Interessantes Thema 🙂

    Ich teile deine Meinung, dass die KI ein gutes Werkzeug sein kann – aber eben nur ein Werkzeug.

    Was ich noch für eine nicht zu unterschätzende Gefahr halte ist, dass schnell unterschätzt wird, wie steuerbar eine KI ist. Dass sie nicht „neutral“ ist. Sie kann ja nur auswerten, was ihr als Daten gegeben wird. Und auch nicht beurteilen, was guter Inhalt ist. Ja, was ist denn gut? Kann ich (noch dazu als Christ) denen, die das beim „einstellen“ der KI festlegen, wirklich vertrauen?

    Damit will ich KI nicht schlecht machen, aber dass sollte man im Hinterkopf behalten, finde ich. 🙂

    Für Themen, bei denen es um biblische Inhalte geht, nehme ich deshalb gerne http://www.Bibel.chat. Hier weiß ich, dass es biblisch fundiert ist. Auch, da ich zu der für den Inhalt verantwortlichen ein wenig kenne. Nur Bilder zeichnen kann sie, meines Wissens nach, nicht. 😉

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    1. Ja, man sollte auf jeden Fall sehr vorsichtig damit sein!
      Und was das Ausmalbild betrifft, genau das ist das Problem, dass es manchmal nur leicht daneben liegt und wenn man nicht aufpasst, merkt man es nicht.

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  2. …zu dem Ausmalbild zur Speisung der 5.000: Ganz so weit weg war die KI gar nicht von der Wahrheit. Hier wurden der KI scheinbar „nur“ weisgemacht, dass die Speisung der 5.000 dasselbe Event wie die Speisung der 4.000 sei. Was, finde ich, wieder zeigt: Es zählt, wer die KI mit Daten/Inhalt füttert.

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