Alte Schätze ausgraben: Mrs. Philipps im 19. Jahrhundert

English translation below

In letzter Zeit habe ich einige alte Bücher gelesen. Diese Bücher erzählen von Menschen und Begebenheiten, deren Erinnerung in meinen Augen wertvoll ist. Ich finde es schade, dass viele Personen nach ihrem Tod einfach vergessen werden, auch wenn sie besondere Dinge mit Gott erlebt haben. An diesen Geschichten merke ich, dass die Menschen im Grunde immer noch die gleichen sind wie damals und dass vor allem Gott immer noch derselbe ist. Damit die alten Geschichten nicht komplett vergessen werden, gebe ich einige davon hier im Blog weiter.

In dem Buch „Von Klarheit zu Klarheit“ von Elisabeth Waldersee (1915), wird eine Begebenheit über eine Mrs. Philipps erzählt, deren Vorname uns leider nicht verraten wird. Nur der Name ihrer Tochter Anne Philipps (verheiratete Lee, 1803 – 1899) ist bekannt. Nun folgt das Zitat aus dem Buch:

Anne, geboren den 5. August 1803, war die jüngste Tochter einer jungen Witwe. Ihr Vater war als junger Ehemann einst bei einer Segelpartie, die er mit einem Freunde im Süden in der Mobile-Bay im Staat Alabama unternommen hatte, ertrunken. Die Schreckenskunde von dem so unvorhergesehenen, plötzlichen Tode des Gatten, den sie zu einer fröhlichen Reise hatte ziehen lassen, und den sie nun nie im Leben wieder sehen sollte, brach der jungen Mutter, die mit ihren beiden kleinen Mädchen allein zurückblieb, fast das Herz. In der Nacht, nachdem sie die Trauernachricht erhalten hatte, saß die tief erschütterte Frau zusammengebrochen am Kaminfeuer und konnte sich gar nicht fassen in ihrem Schmerz. Was sollte ihr werden? Wie sollte sie dieses einsame Leben weiter leben? Hatte denn Gott sie ganz vergessen, daß er Er das zulassen konnte? – Die Kleine, etwa fünfjährige Anne lag schlafend in ihrem Bettchen. Plötzlich richtete sie sich auf, und von dem Munde des halb verschlafenen Kindleins fielen die Worte, die es vielleicht einmal gehört hatte, ohne ihren Sinn verstanden zu haben: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht!“ (Joh. 4,48)

Was war das? Hatte der Heiland selbst durch den Mund des jungen Kindes zu ihr geredet? Wann hatte Er doch so gesprochen? Damals, als der gebeugte Vater, dessen Sohn todkrank lag, zu Jesus kam. Und was hatte ihm Jesus weiter geantwortet? „Gehe hin, dein Sohn lebt!“ Redet derselbe Heiland jetzt auch zu mir, der trauernden Witwe? Sagt er mir: „Weib, was weinest du?“ Tadelt er mich, daß ich ihm nicht glaube, ihm nicht vertraue in meinem tiefen Weh?“ – Anne’s Mutter nahm die halb im Traum gesprochenen Worte ihres Kindes wie eine Gottesbotschaft an, dies Wort ward ihr der Ruf zu Ihm, und so konnte sie auch ihren beiden Töchtern ein Wegweiser zum Leben werden, indem sie versuchte, sie in stiller gottergebener Weise zu ihrem Heiland zu führen.

Mrs. Anne Lee (geb. Philipps) hat dies Erlebnis, das ihre Mutter ihr selbst oft erzählt hatte, später ihren Kindern wiederholt weiter erzählt, in deren Seelen es segenwirkend fortgearbeitet hat, so daß sie noch in ihrem hohen Alter sich dankbar daran erinnert haben. Wie wunderbar hat sich auch da das Psalmwort, auf das Jesus hinwies, als die Kinder im Tempel Ihn mit dem „Hosianna dem Sohne Davids“ begrüßten, bewahrheitet: „Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast Du Dir eine Macht zugerichtet!“ (Ps. 8, 3; Matth. 21, 16).

Unearthing Old Treasures: Mrs. Philipps in the 19th Century

I have been reading a few old books lately. These books tell of people and events whose memories are valuable. It is a pity that many individuals are simply forgotten after their death, even though they experienced special things with God. From these stories, I realize that people are still the same as they were back then, and above all, God is still the same. To ensure that these old stories are not completely forgotten, I share some of them here on the blog.

In the book „Von Klarheit zu Klarheit“ by Elisabeth Waldersee (1915), the author mentions a certain Mrs. Philipps. Unfortunately, her first name is not revealed to us. We only get to know her daughter’s name Anne Philipps (later married Lee, 1803–1899). The following is the quote from the book:

Anne, born on August 5, 1803, was the youngest daughter of a young widow. Her father had drowned as a young husband during a sailing excursion he had undertaken with a friend in the South, in Mobile Bay in the state of Alabama. The terrible news of the unforeseen and sudden death of her husband—whom she had sent off on a joyful journey and whom she would never see again in life—almost broke the young mother’s heart. She was left alone with her two little girls. On the night after having received the tragic news, the deeply shaken woman sat collapsed by the fireplace, unable to collect herself in her grief. What was to become of her? How was she to continue living this lonely life? Had God completely forgotten her to allow such a thing? Little Anne, about five years old, was sleeping in her small bed. Suddenly, she sat up, and from the mouth of the half-asleep child came words—perhaps words she had once heard without understanding their meaning: „Unless you see signs and wonders, you will not believe!“ (John 4:48)

What was that? Had the Savior Himself spoken to her through the mouth of the young child? When had He spoken like this before? It was then, when the distressed father, whose son was gravely ill, came to Jesus. And what had Jesus answered him further? „Go, your son will live!“ Is the same Savior now speaking to me, the grieving widow? Is He saying to me: „Woman, why are you weeping?“ Is He reproaching me for not believing Him, for not trusting Him in my deep sorrow? Anne’s mother took the words, spoken half in a dream by her child, as a message from God. This word became her call to Him, and in this way, she was able to become a guide to life for her two daughters, as she tried, in a quiet and God-devoted manner, to lead them to their Savior.

Mrs. Anne Lee (née Philipps) later repeatedly told her children about this experience, which her mother had often recounted to her. This story worked as a blessing in their souls, so much so that even in their old age, they gratefully remembered it. How wonderfully the words of the Psalm, to which Jesus referred when the children in the temple greeted Him with „Hosanna to the Son of David,“ were fulfilled here: „Out of the mouth of babes and infants, You have established strength!“ (Ps. 8:2; Matthew 21:16)

Veröffentlicht von happyhenni

Ich bin Christin, verheiratet und Mutter von 3 Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter.

6 Kommentare zu „Alte Schätze ausgraben: Mrs. Philipps im 19. Jahrhundert

  1. Thanks be to our God, that even if we die, we will live. In fact that is the moment, when our real life starts in our heavenly home. This is one of the most comforting and precious knowledeges, that we have as children of God.

    Thank you for this deep story!

    Gefällt 1 Person

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