Das große Lebensmittel-Schuld-Monster

Eine Übersetzung aus dem Englischen. Ursprünglich erschienen im Blog von Rosina Schmucker auf arabahrejoice.com.

Habt ihr schon einmal darauf geachtet, wie unterschiedlich Frauen oft über die Themen „Lebensmittel einkaufen“ und „Essen kochen“ sprechen?

Frau A ist Expertin für das Thema „Coupons“. Sie erzählt begeistert Geschichten darüber, wie man mit nur 2 Dollar einen ganzen Einkaufswagen füllt und noch 6 Flaschen Waschmittel dazu bekommt.

Frau B ernährt sich hauptsächlich von Reis und Bohnen sowie von dem, was sie in ihrem Garten anbauen und einkochen kann. Ihre Kinder sind so schlank wie grüne Bohnen und die Gesundheit in Person.

Frau C überschwemmt Facebook mit Infos über ihre Nahrungsergänzungsmittel und Diäten und gibt vor, dass Gesundheit, Reichtum und Fortschritt mit nur einem Nährstoffdrink zu erreichen seien. Sie blüht in ihren neuen Erkenntnissen regelrecht auf.

Und Frau D? Sie legt in Ihren Einkaufswagen Kartoffeln (Oh nein! Stärke!), Hähnchen (Ein Aufschrei! Es ist nicht vegetarisch!) und Tiefkühl-Gemüse (WIE KANN SIE ES NUR WAGEN, NICHT IHR EIGENES EINZUFRIEREN?). Sie kauft eine Tüte Chips für den Schulausflug ihrer Kinder und stellt sich dabei vor, wie das Cholesterin deren Arterien verstopft. Außerdem nimmt sie Haferflocken, Obst, fertige Salatsoße und Milch aus dem Regal. Der Wagen ist vollbeladen, und auch sie ist beladen von ihren Schuldgefühlen. Deshalb betont sie, wie unsinnig es sei, so streng mit der Ernährung zu sein. Jeder brauche doch ab und zu einmal eine Tüte Chips.

Unterdessen kann ich nicht anders, als zu denken, wie lächerlich das alles ist. Coupons sind ein gute Sache. Geld zu sparen durch einen eigenen Garten und gesund zu kochen ist ebenfalls eine gute Sache. Nahrungsergänzungsmittel zu verkaufen ist eine gute Sache. Und es ist auch eine gute Sache, den Kindern Chips zu kaufen.

Aber der Stolz, die Schuldgefühle und das Vergleichen gehen über das Einkaufen und Essen Zubereiten hinaus. Sie sind überhaupt keine gute Sache.

Alle diese Frauen geben ihr Bestes für die Ernährung ihrer Familien. Doch den natürlichen Instinkt, den eine Frau hat, um ihre Familie zu versorgen, macht Satan sich zunutze und verdreht ihn zu Schuld und Schande.

Oftmals ist jede dieser (fiktiven, aber irgendwie realen) Frauen laut und rechthaberisch bezüglich ihrer Fähigkeiten (oder mangelnden Fähigkeiten), weil sie damit das Gefühl ihrer Unzulänglichkeit unterdrücken will.

Über die Ernährung ihrer Familien.

Denke darüber einen Augenblick nach.

Hast du keinen besseren Köder, Satan? Du glaubst doch nicht etwa, dass du Frauen mit einer so unschuldigen Sache zu Fall bringen kannst?

Das kannst du? Sagst du? 

Dies gehört zu den dümmsten und traurigsten Dingen, von denen ich je gehört habe. Und zu denen, derer ich mich definitiv schuldig gemacht habe.

Liebe Frauen, egal, ob ihr Coupons nutzt, nur Bio einkauft, euch vegetarisch ernährt oder eure Kinder mit Cola abfüllt – lasst euch nicht von Satan durch eine Kleinigkeit zu Fall bringen. Ernsthaft! Das ist es nicht wert!

Hört nicht auf das große Lebensmittel-Schuld-Monster.

Während andere Kinder hungrig, obdachlos und ungeliebt sind, sind eure Kinder frisch und rotbackig und voller Phantasie und Träume. Ihr füllt ihre leeren Mägen und kocht das Essen nach bestem Wissen und Gewissen. Dann stellt ihr es ihnen mit Liebe auf den Tisch. Glaubt mir, das ist genug!

Das ist mehr als genug.

Lasst die Schuldgefühle weg und ernährt eure Familien in Frieden.

Veröffentlicht von happyhenni

Ich bin Christin, verheiratet und Mutter von 3 Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter.

2 Kommentare zu „Das große Lebensmittel-Schuld-Monster

  1. Interessante Gedanken! Ich habe manchmal Schuldgefühle oder bin frustriert und wütend, weil ich mich zwar bemühe, einigermassen gesund und wohlschmeckend zu kochen, meine Kinder dies aber oftmals gar nicht zu schätzen wissen. Komischerweise sind sie an fremden Orten viel offener gegenüber dem, was zum Essen serviert wird. Und dann habe ich Momente, in denen ich es echt hinterfrage, dass ich eine Vollzeit-Mutter bin. Aber es gibt glücklicherweise auch manchmal andere Momente, Momente, in denen meine Kinder mir beim Essen machen sogar helfen wollen. Diese geniesse ich dann umso mehr!

    Like

    1. Ja, ich kenne das auch, dass sie sich über eine Dose Ravioli oder Pommes mehr freuen als über ein mit Mühe gekochtes Essen. Aber ich denke, wenn sie größer sind, werden sie es mehr zu schätzen wissen, was sie als Kind gehabt haben.
      Ich gehöre auch eher zu der Kategorie Mütter, die gesund und frisch kochen. Aber wenn es aus Zeitgründen mal was Fertiges aus der Dose gibt, braucht man sich wirklich kein schlechtes Gewissen zu machen.

      Manchmal fragt man sich, wofür man das ganze eigentlich macht. Aber wie du sagst, gibt es auch immer wieder die schönen Momente, wo man merkt, dass die ganze Mühe und Arbeit nicht umsonst war. Neulich habe ich einen Spruch gelesen, der ging ungefähr so: „Dein Alltag ist ihre Kindheit.“ Das hat mich sehr angesprochen!
      Liebe Grüße und nur Mut!
      Henni

      Like

Ich freue mich über deinen Kommentar!

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Entdecke mehr von HappyHenni

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen