English translation below
Was tut man, wenn man schwanger ist und sich kaum bewegen kann, aber zwei Kleinkinder in der Wohnung betreuen muss, die einen großen Bewegungsdrang haben?

Hier kommt ein Beispiel, was ich gemacht habe, als ich mit dem 3. Kind schwanger war.
Bei meiner Schwiegermutter hatte ich ein älteres und vergriffenes Buch über Kinderspiele gefunden. Darin gab es eine Bewegungs-Geschichte mit den Mumplies und den Schloppies. Mein großes Kind verstand schon, welche Bewegungen in der Geschichte gemeint waren und das kleine Kind machte dem großen einfach alles nach. Besonders hilfreich war, dass ich nichts weiter tun musste, als die Geschichte vorzulesen.
So konnten sie sich kontrolliert in der Wohnung auspowern und ich durfte in Ruhe auf dem Sofa liegen bleiben.
Die Geschichte von den Inselbewohnern
Es waren einmal zwei Inseln, die lagen mitten im Meer. Auf der einen Insel wohnten die Mumplies, ein recht munteres Volk, auf der anderen Insel die Schloppies, ein lahmes Volk, das verlernt hatte, sich zu bewegen.
Die Mumplies machen täglich ihren Morgenlauf, laufen immer im Kreis um ihre Insel herum, holen sich ihr Essen vom Baum, wobei sie hoch springen müssen, um die Bananen zu erreichen. Das macht ihnen aber nichts aus, denn sie sind ja ein sehr munteres Völkchen. Nach dem Essen holen sie ihre Schubkarren (jeweils ein Kind läuft als >Schubkarre< auf den Händen, während es von einem anderen an den Beinen festgehalten wird) und sammeln Kokosnüsse für das Mittagessen. Nach dem Essen veranstalten sie ein Bockspringen, wobei immer ein Mumplie über den anderen springt. Um sich abzukühlen, machen sie danach einen eleganten Kopfsprung ins Wasser und schwimmen ein paar Runden.
Die Mumplies und die Schloppies kannten sich bisher nicht. Aber eines Tages erreichen die Mumplies zufällig auf einer Schwimmtour die Insel der Schloppies, wo diese lahm und gähnend in der Sonne liegen. Einige von ihnen sind schon krank geworden, weil sie sich kaum bewegen und außerdem so wenig zu essen haben. Denn sie sind sogar zu faul, um sich Bananen vom Baum zu holen. Die Mumplies zeigen ihnen erst einmal, wie hoch sie springen können und wie der Schubkarrenlauf, das Purzelbaumschlagen und das Bockspringen gehen. Zunächst trauen sich die Schloppies das überhaupt nicht zu, entdecken dann aber langsam, dass sie das auch ganz toll können und – was sie vorher nie für möglich gehalten hätten, dass Bewegung sogar Spaß machen kann.
Aus: DAS GROSSE BUNTE SPIELEBUCH, Falken Verlag, 1996/1997
Es gibt natürlich noch viele andere Bewegungsgeschichten. Vielleicht werde ich ein paar noch vorstellen.
Mumplies and Schloppies
What do you do when your are pregnant, can hardly move and are at home with your lively toddlers?
At my mother-in-law’s house, I found an old and out-of-print book about children’s games. It contained a movement story featuring the Mumplies and the Schloppies. My older child already understood the movements described in the story, and the younger child simply imitated everything the older one did. It was particularly helpful that I didn’t have to do anything except read the story aloud.
This way, they could exert themselves in the apartment, and I was able to stay comfortably on the sofa.
Once upon a time, there were two islands situated in the middle of the sea. On one island dwelled the Mumplies, a rather lively people, while on the other island resided the Schloppies—a sluggish folk who had forgotten how to move.
The Mumplies go for their morning run every day, always circling their island. They retrieve their food from the trees, leaping high to reach the bananas. But this doesn’t bother them, as they are a very lively bunch. After eating, they grab their wheelbarrows (each child acting as a “wheelbarrow” on their hands, while another holds their legs) and collect coconuts for lunch. Following their meal, they engage in somersaults, with one Mumplie jumping over the other. To cool off, they elegantly dive headfirst into the water and swim a few laps.”
So far the Mumplies and the Schloppies had not known each other. But one day, the Mumplies accidentally reached the Schloppies’ island during a swimming tour. There, they found the Schloppies lying lazily and yawning in the sun. Some of them had already fallen ill because they hardly moved and had very little to eat. They were even too lazy to pick bananas from the tree. The Mumplies decided to show them how high they could jump and how to do wheelbarrow races, somersaults, and jumping jacks. At first, the Schloppies were hesitant but they slowly discovered that they could do these activities too. And what they had never thought possible before: exercise could actually be fun!
