
In den Sommerferien haben wir an einer Bibelfreizeit teilgenommen und ich wurde gebeten, die Planung der Kinderstunden zu übernehmen. Nach einigem Beten und Nachdenken hatte ich zwei Themen in der engeren Auswahl: „Daniel“ und „Die fünf G“. Die fünf G sind „Glaube, Gottes Wort, Gehorsam, Gebet und Gemeinschaft“. Da ich mich nicht für eins entscheiden konnte, überlegte ich, ob es nicht möglich wäre, die beiden Themen miteinander zu verbinden. Wie mir das gelungen ist, möchte ich in diesem Artikel vorstellen.
Die Rahmenbedingungen
Es waren 8 Kinderstunden zu planen. Da es eine eher kleine Kinderschar war, trennten wir die Gruppe nicht und hatten die Herausforderung, einer Altersspanne von 3 bis 10 Jahren gerecht zu werden.
Übersicht über die Themen

Wie bereits erwähnt, überlegte ich, wie ich die beiden Themen miteinander verbinden könnte. Zunächst schaute ich mir die Einteilung der Lektionen über Daniel bei Kids Team in der Schweiz an (KEB hat ein fast deckungsgleiches Heft dazu). Ich stellte fest, dass man die fünf G teilweise den einzelnen Lektionen zuordnen kann.
In der ersten Lektion „Daniel und seine Freunde essen Gemüse und trinken Wasser“ findet man sogar vier der fünf G. Am Ende hatten wir fünf Lektionen über Daniel, eine Missionsgeschichte und ein Gleichnis aus dem neuen Testament. Das Thema „Gemeinschaft“ behandelte ich der letzten (kurzen) Kinderstunde mit Spielen und Gesprächen darüber.
Die einzelnen Kinderstunden
1. Kinderstunde: Einführung in das Thema „Fünf G“ und „Daniel und seine Freunde“
Die erste Kinderstunde hielt ich selber. Ich hatte 5 Symbole der fünf G erstellt und nutzte diese auf vielfältige Art und Weise, um den Kindern die Begriffe einzuprägen.

- Aus goldfarbener Pappe hatte ich Medaillen hergestellt, auf die ich die Symbole geklebt hatte. Diese versteckte ich im ganzen Raum und ließ zu Beginn die Kinder die „Schätze“ suchen und bei mir abgeben.
- Wir übten das passende Lied ein „Kennst du schon, kennst du schon die fünf G?“. Vorne an die Tafel hatte ich große Kreise mit den Symbolen angepinnt und während wir sangen, zeigte ich jeweils auf das passende.
- Nun folgte eine Erklärung der einzelnen G’s anhand der abgebildeten Symbole.
- Ich teilte die Medaillen an die Kinder aus. Jedes Kind hängte sich eine Medaille um den Hals und wir spielten eine Version von „Der Obstkorb fällt um“. Das Spiel geht so: Die Kinder sitzen im Stuhlkreis und ein Kind steht in der Mitte, weil es keinen Stuhl hat. Wenn das Kind nun ruft „Gemeinschaft“, wechseln alle Kinder, die das Symbol für Gemeinschaft haben, den Platz. Das Kind in der Mitte versucht, sich einen Stuhl zu ergattern. Nun bleibt wieder ein Kind übrig, welches eins der anderen Symbole ruft. Ruft es jedoch „Fünf G“, dann müssen alle Kinder ihren Platz wechseln. Das Spiel hat den Kindern großen Spaß gemacht.
- Wir setzten uns an Tische und ich erzählte anhand der Bilderlektion die Geschichte von Daniel und seinen Freunden. Die Kinder bat ich, darauf zu achten, wo sie in der Geschichte eins der fünf G entdecken konnten. Als wir zu der Stelle kamen, wo die Freunde Gemüse und Wasser essen, teilte ich allen geschnittenes Gemüse und Wasser aus. So konnten sie die Begebenheit auch geschmacklich nachempfinden.
- Glaube: Die Freunde glaubten, dass Gott ihnen Gesundheit geben könnte, wenn sie auch nur Gemüse und Wasser zu sich nehmen würden.
- Gottes Wort: Die Freunde kannten Gottes Gebote.
- Gehorsam: Sie wollten Gottes Wort gehorsam sein.
- Gemeinschaft: Die vier Freunde waren zusammen und haben sich gegenseitig ermutigt im Glauben. Daniel hat die anderen gut beeinflusst. Deshalb ist es gut, mit Gläubigen zusammen zu sein.
- Das Gebet wird in der Bibelstelle nicht explizit erwähnt, weshalb es hier nicht dazugehört, aber ich habe den Kindern gesagt, dass Daniel und seine Freunde sicherlich auch gebetet haben.
- Nach der Geschichte übten wir das passende Lied „Fest und treu wie Daniel war“.
- Zum Abschluss der Kinderstunde bastelten wir ein Mobile, auf dem alle Begriffe der fünf G abgebildet sind.

2. Kinderstunde: „Glaube“ und „Missionsgeschichte“
Hier wurde den Kindern anhand der Geschichte über Missionare in Südamerika gezeigt, wie gelebter Glaube in der Praxis aussehen kann.
3. Kinderstunde: „Gottes Wort“ und „Das Gleichnis vom Sämann“
In dieser Kinderstunde wurde das Gleichnis vom Sämann durchgenommen. Den Kindern wurde erklärt, dass ihr Herz wie ein Boden sein kann: Steinig, dornig, wie ein Weg oder ein guter Ackerboden. Nur auf dem guten Ackerboden (wer es hört und tut) bringt das Wort Gottes reiche Frucht. Verdeutlicht wurde das Ganze den Kindern mit einem Nachbau der verschiedenen Böden und echten Kressesamen. Am Ende der Tage konnten die Kinder nachschauen, wo die Samen am besten aufgegangen waren. Außerdem durften sie einen kleinen Tontopf bemalen und mit einem Samentütchen mit nach Hause nehmen.

4. Kinderstunde: „Gehorsam“ und „Die drei Männer im Feuerofen“
Es wurde den Kindern gezeigt, dass die drei Männer Gott gehorsam waren, egal wie die Geschichte ausgegangen wäre. Am Ende wurde ihr Glaube aber belohnt. Sie verbrannten in dem Feuerofen nicht. Die Kindern bastelten aus einem Pappbecher mit Deckel den Feuerofen nach. In den Ofen wurde ein elektrisches Teelicht gestellt.

5. Kinderstunde: „Gebet“ und „Der Traum Nebukadnezars“
In dieser Geschichte kann König Nebukadnezar sich weder an seinen Traum erinnern noch ihn deuten. Als seine Weisen alle versagen, kann Daniel weiterhelfen, weil er Gott im Gebet um Hilfe angerufen hat. Die Kinder haben die fünf wichtigsten Gebetsanliegen (Anbetung, Dank, Fürbitte, Bekenntnis, Bitte) kennengelernt und dazu einen Gebetswürfel gebastelt.
6. Kinderstunde: „Gottes Wort“ und „Nachricht an Belsazar“
Die Schrift an der Wand im Festsaal des Königs Belsazar kommt von Gottes Hand. Sie ist also Gottes Wort. Hier haben die Kinder gelernt, was passieren kann, wenn man nicht auf Gottes Wort achtet. Die Kinder, die schon lesen konnten, durften ein Rätsel mit Geheimschrift lösen.
7. Kinderstunde: „Gehorsam und Gebet“ und „Daniel in der Löwengrube“
In dieser Kinderstunde wurde den Kindern die Geschichte erzählt, wo Daniel trotz Verbot des Königs regelmäßig betet und somit Gott mehr Gehorsam ist als den Menschen. Gott bekennt sich dann zu Daniel und errettet ihn vor den Löwen.
8. Kinderstunde: „Gemeinschaft“
Die letzte Kinderstunde habe ich wieder selbst gehalten. Ich habe den Kindern in Gesprächen und anhand einiger Spiele das Thema etwas näher gebracht und ihnen erklärt, wie wichtig es für uns Christen ist, dass wir Gemeinschaft mit anderen Christen haben. Diese findet vor allem in der Gemeinde statt.
Wir spielten z. B. eine Abwandlung der Reise nach Jerusalem. Dabei ging es darum, dass sich alle Kinder auf die Stühle stellten, wenn die Musik aufhörte. Je weniger Stühle es waren, desto schwieriger wurde es. Die Kinder mussten darauf achten, dass alle Kinder irgendwie Platz fanden. Es ist ihnen sehr gut gelungen.
Im zweiten Teil der Kinderstunde übten wir unsere beiden Lieder und unseren „Auftritt“ bei den Erwachsenen. Dort stellten wir nämlich im Anschluss unsere Themen vor und die Kinder zeigten jeweils die passenden Bastelarbeiten oder sonstigen Gegenstände.
