Stillen – leicht gemacht?

English translation below

Meine Mutter hat mich 4 Jahre lang gestillt. Ich kann mich sogar noch daran erinnern. Da sollte es für mich doch eigentlich kein Problem sein, meine eigenen Kinder zu stillen, oder?

Für mich stand immer fest, dass ich stillen wollte. Die Vorteile für Mutter und Kind liegen ganz klar auf der Hand. Eine geniale Erfindung unseres Schöpfers.

  • Das Saugen regt das Zusammenziehen der Gebärmutter an und fördert die erste Rückbildung.
  • Das Kind bekommt ab der Geburt Antikörper der Mutter und viele wertvolle Stoffe verabreicht.
  • Man spart sich den Kauf und die Zubereitung von Fertignahrung, das Reinigen der Fläschchen etc.
  • Die Milch ist sofort verfügbar und hat immer die richtige Temperatur.
  • Die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind wird besonders gestärkt.
  • Das Saugbedürfnis wird besser gestillt als aus der Flasche, weil das Baby sich mehr anstrengen muss.

Dass Stillen große Probleme bereiten könnte, konnte ich mir nicht vorstellen. Doch es kam anders.

Mein steiniger Weg zum schönen Stillerlebnis

Kurz vor der Geburt meines ersten Kindes kaufte ich mir ein Buch übers Stillen und versuchte, mir die Vorgehensweise bestmöglich einzuprägen. Das erste Anlegen nach der Geburt klappte mithilfe der Hebamme ganz gut. Aber dann fingen die Schwierigkeiten an.

Mein Baby wurde nachts geboren und interessierte sich den ganzen folgen Tag überhaupt nicht fürs Trinken. Abends dachte ich, dass es jetzt doch endlich mal Zeit für eine Mahlzeit sei. Eine Krankenschwester half mir beim Anlegen. Ihr war es wichtig, dass ich mich dabei hinsetzte und beim Seitenwechsel wickelte.

Die Schwester in der nächsten Schicht drückte mich sofort ins Bett zurück. „Bitte im Liegen stillen und erst zum Schluss wickeln.“ (Oder war es umgekehrt?) Das trug sehr zu meiner Verunsicherung bei.

Am nächsten Morgen ließ ich mein Baby eine halbe Stunde an jeder Seite nuckeln. Davon wurde ich ganz wund. Zu Hause angekommen machten der Milcheinschuss und eine starke Erkältung das Dilemma perfekt.

Was war nur mit den schönen Bildern, wo das Baby zufrieden an die Mutter gekuschelt trinkt und die Mutter es selig anlächelt? Keine Spur bei mir. Lanolin half leider nicht, die Schmerzen in Griff zu kriegen. Ich hatte panische Angst vor jedem Stillen. Ein Problem war auch das Stillkissen, auf dem mein Baby keinen guten Halt hatte. Ich wusste gar nicht, in welcher Position ich überhaupt noch anlegen sollte.

Ohne auf genaue Details einzugehen, kann ich sagen, dass es eine schmerzhafte und blutige Angelegenheit war, die durch den Einsatz von Stillhütchen noch verschlimmert wurde. Meine einzige Rettung war eine Milchpumpe, die ich auf Anraten einer Hebamme aus der Apotheke holte.

Nach einer Woche Abpumpstress – mein Mann kochte treu die ganzen Gerätschaften aus – ging es einigermaßen besser. Aber es dauerte noch weitere Wochen, bis wir uns soweit eingespielt hatten, dass ich schmerzfrei stillen konnte.

Dann konnte ich das Stillen wirklich genießen, egal ob im Liegen oder im Sitzen. Letztendlich durfte dieses Baby 20 Monate lang Muttermilch trinken (zuletzt natürlich mit Beikost).

Erfahrungen mit meinen weiteren Kindern

Bei meinen weiteren Kindern hatte ich dann kaum Probleme mehr – abgesehen von den Nachwehen, die mit jedem Kind stärker wurden und den anfänglichen Schmerzen beim Ansaugen. Ich achtete darauf, sie in den ersten Tagen nicht zu lange am Stück nuckeln zu lassen, benutzte immer einen Balsam und stillte nur noch im Wiegegriff. Außerdem hatte ich mir ein festes Stillkissen zugelegt, das ich um meinen Bauch schnallen konnte und auf dem das Baby ganz gerade lag.

Beim letzten Baby kam dann noch eine neue Erfahrung dazu: Milchstau. Ich hatte Fieber, Schüttelfrost und starke Schmerzen. Aber mithilfe der Hebamme, die mir „Quarkdonuts“ empfahl, bekam ich auch das in den Griff. (Quarkdonuts sind zwei Ringe aus Küchenpapier geschnitten, zwischen die man Quark streicht. Die Inhaltsstoffe im Quark wirken entzündungshemmend. Das funktioniert sogar beim Baby, wenn es nach der Geburt geschwollene Brüste bekommt.)

Auch mit diesen zwei Babys durfte ich das Stillen lange genießen. Bei dem einen 1,5 Jahre und bei dem anderen sogar 2,5 Jahre.

Und zum Schluss…

Wenn du gerade stillst und Probleme hast, dann scheue dich nicht, eine Hebamme oder eine Stillberaterin zu kontaktieren. Für die meisten Probleme gibt es eine Lösung. Gib nicht so schnell auf – es lohnt sich!

Gott ist der Erfinder des Stillens und auch ihn kannst du um Weisheit und innere Ruhe bitten. Die ist nämlich ebenfalls wichtig für den Milchfluss. Wenn man unter Stress steht, klappt es nicht richtig.

Sollte es trotz allem nicht funktionieren und du entscheidest dich, auf die Flasche umzusteigen, dann mach dir keine Sorgen. Du bist deswegen keine schlechte Mutter und dein Kind wird trotzdem groß! 😊

Hast du auch Erfahrungen mit dem Thema Stillen? Dann hinterlasse gerne einen Kommentar!

Breastfeeding – Made Easy?

My mother breastfed me for four years—and I can even remember it. So you would think feeding my own children would be a breeze, right?

For me, it was always clear: I wanted to breastfeed. The benefits for mother and baby are undeniable—a brilliant gift from our Creator.

  • Sucking stimulates uterine contraction and supports initial involution.
  • From birth, the baby receives maternal antibodies and valuable nutrients.
  • You save on formula purchases, preparation, and cleaning bottles.
  • Breast milk is always available at the right temperature.
  • Emotional bonding between mother and baby is especially strong.
  • The baby’s natural sucking reflex is better satisfied than with a bottle, since more effort is required.

I never imagined breastfeeding could become a major challenge. But life had other plans.

My Rocky Road to a Beautiful Breastfeeding Experience

Shortly before my first child’s birth, I bought a breastfeeding guidebook and tried to memorize every detail. The first latch after delivery went well with the midwife’s help—but then the real challenges began.

My baby was born at night and showed no interest in feeding all day long. By evening, I figured it had to be feeding time. A nurse helped me latch, insisting I sit up and only change sides after a diaper change.

The next shift’s nurse immediately pushed me back to bed: “Please breastfeed lying down and only change diapers afterward.” (Or was it the other way round?) This led to confusion.

The following morning, I let my baby nurse for half an hour on each side—and ended up severely sore. Once home, engorgement and a bad cold completed the nightmare.

Where were all those idyllic images of a contented baby snuggled against its smiling mother? I saw none of that. Lanolin provided no relief, and I dreaded every feeding. My nursing pillow offered no support, so I could not find a comfortable position to latch.

To spare you the gory details: it was painful and bloody, made worse by nipple shields. My only lifeline became a breast pump, recommended by a midwife and purchased at the pharmacy.

After a week of frenzy pumping—my husband dutifully sterilizing every part—it got somewhat better. Yet it took several more weeks of practice before I could nurse without pain.

Once we finally found our rhythm, I could truly enjoy breastfeeding—whether lying down or sitting up. In the end, this little one nursed for twenty months (with solid foods introduced over time).

Experiences with My Next Children

With my subsequent babies, I faced almost no issues—apart from stronger afterpains with each birth and some initial soreness during the first latches. I made sure they nursed for shorter stretches in the early days, used a soothing balm, and breastfed only in the cradle hold. I also invested in a firm nursing pillow that strapped around my waist, keeping the baby perfectly aligned.

With my last baby, new territory appeared: blocked ducts. I experienced fever, chills, and intense pain. Thanks to my midwife’s tip of “quark donuts” (two rings of kitchen paper spread with quark), inflammation settled down. The quark’s components are anti-inflammatory—and this trick even works on newborns with swollen breasts after birth.

Both of those babies enjoyed long breastfeeding journeys too—one for 1.5 years, the other for 2.5 years.

In Closing

If you’re currently breastfeeding and running into problems, do not hesitate to reach out to a midwife or lactation consultant. Most challenges have solutions. Don’t give up too soon—it’s worth the effort!

God is the inventor of breastfeeding, and you can also pray for wisdom and inner peace. Stress inhibits milk flow, so calmness truly matters.

If, despite everything, you decide to switch to bottle-feeding, rest assured: you’re still a wonderful mother, and your child will thrive! 😊

Do you have your own breastfeeding experiences? Feel free to share them in the comments!

Veröffentlicht von happyhenni

Ich bin Christin, verheiratet und Mutter von 3 Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter.

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